Kann das gut sein?

600 Gramm für 1,99 Euro – Wie gut ist Grillfleisch vom Discounter?

Die Deutschen sind Fleischfresser, besonders wenn es ums Grillen geht. Im Schnitt isst der Deutsche ein Kilo Fleisch pro Woche. Die Preise dafür sind in Deutschland extrem niedrig. Zu niedrig?

Mittwoch, 31.05.2017, 09:25 Uhr, Autor: Markus Jergler
Wurst und Fleisch auf dem Grillrost

600 Gramm für 1,99 Euro. Ein Angebot von Aldi Süd sorgte für einen totalen Eklat!

Eine so hohe Nachfrage nach Fleisch wie in Deutschland, kann logischerweise nur durch entsprechende Massentierhaltung befriedigt werden. Vor allem dann, wenn die Ware zu derartigen Dumpingpreisen angeboten wird. Der Facebook-Post eines Verbrauchers auf der Fanseite von Aldi Süd, welcher sich über ein spezielles Grillangebot aufregt, wurde mittlerweile über 10.000 Mal geteilt und 30.000 Mal geliked. In dem erwähnten Angebot verkauft der Discounter 600 Gramm Nackensteaks für 1,99 Euro. Die Reaktionen auf den Post sind jedoch unterschiedlich. Ein User kommentierte nach Bild-Angaben: „Die Wahrheit ist leider auch: Wenn es nicht gekauft werden würde, dann würde es dieses Angebot auch nicht geben!“

Ist Discounter Fleisch gut oder schlecht?
Wie die Bild berichtet, deckte Tim Mälzer bereits 2015 in einem ARD-Lebensmittel-Check auf, dass Verbraucher teilweise bewusst getäuscht werden. Oft seien nur vage Hinweise zu finden, wo das Fleisch wirklich herkomme. So seien Markennamen wie „Birkenhof“ oder „Mühlenhof“ nur dazu da, um eine Bauernhofvorstellung beim Verbraucher hervorzurufen, denn wirkliche Höfe gäbe es überhaupt nicht. Auch häufig verwendete Begriffe wie „Qualitätsfleisch“ seien nicht rechtlich geschützt und könnten daher nach Belieben verwendet werden. Verbindliche Informationen über die Herkunft und die Qualität des Fleisches suche man auf der Packung vergeblich.

Natürlich ist es nachvollziehbar, dass der Preis des Fleisches direkt mit den Produktionsbedingungen zusammenhängt: Je billiger das Fleisch, umso schlechter die Produktion. Beim Hackfleisch werde nach Bild-Angaben oft Bindegewebe, Fett und Muskelfleisch zusammengerührt, damit bestimmte Mindeststandards erfüllt werden.

Der Koch-Experte und Buchautor Stefan Hermansdorfer gab im Interview mit Bild bekannt, dass es einen deutlichen Unterschied zwischen billigem Fleisch und teurerem vom Metzger gebe – sowohl bei der Qualität als auch beim Geschmack. Für Laien und Hobbyköche ist es jedoch nicht immer leicht, den Unterschied zu erkennen. Spätestens in der Pfanne offenbart sich jedoch die Wahrheit, denn billiges Fleisch verliert beim Braten wesentlich mehr Flüssigkeit als hochwertiges. „Der ganze Billigtrend geht mir ziemlich auf den Senkel. Ich möchte kein Plastikfleisch auf dem Teller, das aus Massentierhaltung stammt und dessen Herkunft man nicht nachvollziehen kann. Lieber mal nicht so oft Fleisch essen , dafür aber mehr ausgeben und auch noch den lokalen Metzger unterstützen“, sagt Hermansdorfer gegenüber der Bild. (bild.de/MJ)

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