Winzerwelten

„Intelligenter“ Schlepper soll Weinbau revolutionieren

Einen Vorgeschmack auf die Zukunft gibt es ab sofort in Unterfranken: Dort fährt ein Schlepper mit intelligenter Technik selbstständig durch die Weinberge und soll den Winzern bei der Arbeit helfen.

Freitag, 18.09.2020, 10:49 Uhr, Autor: Thomas Hack
Ein Schlepper im Weinberg

Noch sitzt eine menschliche Person im Inneren dieses Schleppers. Doch der wird bald von ganz alleine durch die Weinberge steuern. (©picture alliance/dpa | Carolin Gissibl)

Zwar befindet sich momentan noch ein Mann am Steuer des Schleppers, doch seine Hände kann er getrost in die Höhe halten: Künftig soll die intelligente Maschine selbstständig durch die fränkischen Weinberge steuern. Quasi als Vorgeschmack auf die Zukunft stellte die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) den Schlepper vor. Die semi-autonome Maschine wird Winzer und Obstbauer bei ihrer Arbeit „wesentlich entlasten“, sagte Daniel Heßdörfer vom Institut für Weinbau und Oenologie (IWO) der LWG im Vorfeld der Präsentation am Scharlachberg in Thüngersheim (Landkreis Würzburg).

Hochmoderne Lasertechnik

Der schlaue Schlepper ist mit hochmoderner Lasertechnik ausgestattet: Ein Laser-Scanner im Frontbereich macht während der Fahrt 3D-Bilder von den Rebstöcken und sendet die Signale an die Lenksteuerung des Schleppers. „Das Lenken macht nun das System, die Geschwindigkeitskontrolle der Schlepper:“ Das sei weniger ermüdend für die Arbeiter, die bisher den Schlepper und die Geräte steuern müssen.

„Maschine auf Herz und Nieren getestet“

Am Schlepper sind zudem sogenannte „Anbaugeräte“ befestigt, die ebenfalls autonom arbeiten: Sie kommen möglichst nahe an die Rebstöcke heran und können viel von dem Beikraut verarbeiten – ohne die Stöcke zu beschädigen. Denn bisher kommt es immer wieder vor, dass ein Gerät an den Stöcken hängen bleibt. „Dann entstehen Wunden und ein Stock kann kaputt gehen“, erklärte Heßdörfer. Die Experten des LWG überprüfen neue Techniken und haben die Maschine der Firma Braun Maschinenbau auf Herz und Nieren getestet, sagte Sprecher Marco Drechsel. (lby/TH)

 

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