Alkohol

Starke Trends: Cocktails und Spirituosen

Der Verbrauch von Spirituosen steigt! Immer mehr Konsumenten sind bereit mehr Geld in hochwertige Produkte zu investieren. Wohin entwickeln sich die Cocktailkultur und die Geschmäcker?

Montag, 20.02.2017, 09:42 Uhr, Autor: Markus Jergler
Wirt schüttet Cocktail in ein Glas

Wie sieht die Zukunft der Cocktails und Spirituosen aus? (Foto: © santypan / fotolia)

Auf der derzeit in Hamburg stattfindenden Spirituosenmesse „Hanse-Spirit“ zeigt sich ein deutlicher Trend zu klaren Spirituosen wie Aquavit oder Korn. Letzterer ist einer der großen Gewinner der jüngsten Vergangenheit. Auf dem deutschen Markt sei Lokalität bei der Auswahl ebenfalls sehr wichtig, so Chris Rickert, Veranstalter des Events. „Viele kleine Brennereien kommen aktuell nach oben. Ob Korn dem Gin den Rang abläuft, ist zwar fraglich, aber es tut sich eine ganze Menge“, sagt Rickert.

In den vergangenen fünf Jahren entwickelten sich nicht nur der europäische und amerikanische Spirituosenmarkt positiv, sondern auch in Afrika und im Nahen Osten kam es  zu einem Anstieg beim Spirituosenverbrauch von 26 Prozent. In Asien steigerte sich der Konsum um 15 Prozent,  China legte um 22 Prozent zu. Im Bericht „Future of Cocktails“, der gemeinsam von der vom Unternehmen Diageo ins Leben gerufene Initiative „World Class“ und dem Zukunftsberatungs-Unternehmen „The Future Laboratory“ verfasst wurde, sollen die Zukunft von Cocktails erforscht und Trends herausgearbeitet werden, welche die kommenden Jahre prägen werden. Hauptintention von „World Class“ ist es, unsere Welt mit besseren Getränken zu inspirieren.

„Cocktails haben sich von ihrer klassischen Form gemixter Flüssigkeiten in einem Glas weiterentwickelt. Kreatives Barpersonal ist mit den aktuellsten Zutaten, Technologien und Ideen ausgestattet und verändert das gesamte Verständnis, das wir von diesen Getränken haben. Wir dürsten schon alle danach, zu sehen, was als Nächstes kommt“, erklärt Tom Savigar, Senior Partner von The Future Laboratory.

Cocktail-Trends
In naher Zukunft werden laut „Future of Cocktails“ vor allem die Bars erfolgreich sein, die ihre Drinks nach Stimmung und Emotion auflisten und gestalten. Die Zusammenstellung der einzelnen Cocktails ist darauf ausgerichtet, ein bestimmtes Gefühl beim Konsumenten hervorzurufen. So bekommt der Kunde nicht nur ein Getränk, sondern beispielsweise auch ein stärkeres Selbstbewusstsein oder mehr Zuversicht. Dies wird durch bestimmte Farbgebung und gezieltes Steuern des Geruchsinns erreicht.

Seymour’s Parlour in London benutzt bereits spezielle Düfte, um die Kunden in eine angenehme und nostalgische Stimmung zu versetzen, die dabei hilft in positiven Erinnerungen zu versinken. Oder es werden beispielsweise Gerüche von frisch gemähtem Gras eingesetzt, um den bevorstehenden Frühling emotional einzufangen. Cocktails mit Gefühlen und Emotionen werden künftig noch viel stärker Einzug in Bars dieser Welt halten.

Die Bar Artesian in London geht sogar so weit, ihre Gäste nach persönlichen Erfahrungen, beispielsweise dem letzten Urlaub, zu befragen. Je nach Antwort erstellt das Barpersonal dann den perfekten Cocktail für den Gast, welcher ihn wieder zurück in den Urlaub schicken soll. Generell breitet sich das Spiel mit Gerüchen, Emotionen, und Gefühlen immer weiter aus. Auch in Berlin wurde die herkömmliche Cocktailkarte entfernt. Im Fragrances im The Ritz-Carlton werden Getränke nach Düften und Aromen bestellt. (Hamburger Abendblatt / Worldclassclub.com / MJ)

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