Veränderter Verbrauchertrend

Schnäpse werden milder und fruchtiger

Die Schnapsbrenner in Baden-Württemberg produzieren immer häufiger Spirituosen mit mehr Frucht- und weniger Alkoholgehalt. Sie reagieren damit auf den veränderten Geschmack der Verbraucher.

Mittwoch, 28.03.2018, 09:56 Uhr, Autor: Thomas Hack
Zwei Gläser mit Obstbrand auf einem Tisch mit Pflaumen, Kräutern und Weizen

Obstbrände liegen voll im Trend, doch sind immer mehr die milderen Aromen gefragt. (©Hetizia/Fotolia)

Die Zeiten, in denen man nach dem Schnapseln lautstarke Erstickungsanfälle bekommt, neigen sich wohl allmählich dem Ende zu. Denn statt harte Umdrehungen liegen vielmehr sanfte Fruchtaromen im Trend. Dies teilte zumindest nun der Verband Badischer Klein- und Obstbrenner  in Sasbachwalden zum Abschluss der diesjährigen Spirituosen-Prämierung mit. Die Produktpalette ändere sich entsprechend, sagten die Experten dazu.

„Die Konsumenten gehen bewusster mit Alkohol um.“
Spirituosen mit vergleichsweise mildem Geschmack würden stärker nachgefragt, berichtete Vorstandsmitglied Frank Küchlin. Verarbeitet werde heimisches Obst, wobei sich Birnenschnäpse und traditionelles Kirschwasser ganz besonderer Beliebtheit erfreuen. Hefe und Kräuter würden immer seltener verarbeitet. „Der Alkoholanteil wird geringer, gleichzeitig steigt der Fruchtanteil“, sagte Küchlin weiter. Dies sei offensichtlich ein Trend der Branche. „Die Konsumenten gehen bewusster als früher mit Alkohol um“, ergänzte Verbandsgeschäftsführer Klaus Lindenmann. Brenner würden das berücksichtigen und stärker den Geschmack betonen. „Wir profitieren vom zunehmenden Wunsch der Verbraucher nach regionalen, hochwertigen Produkten zum Genießen“

Habe der der Alkoholanteil im Schnaps vor 20 Jahren noch bei 45 bis 50 Prozent gelegen, sei er heute im Schnitt auf 40 bis 42 Prozent zurückgegangen, sagte Küchlin. In Sasbachwalden kosteten und prämierten rund 50 ausgebildete Prüfer im Auftrag des Verbandes drei Tage lang 3100 Obstbände und Liköre von Brennern und Brennereien aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Diese Prämierung findet alle zwei Jahre statt. (lsw/TH)

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