„Amazing stuff“

Edelbrände als Leidenschaft

Manche sammeln Briefmarken, andere Oldtimer oder Weine. Christian Unterlechner, der junge Patron des gleichnamigen Tiroler Hotels, sammelt Brände der Edel-Brennerei Rochelt.

Mittwoch, 12.02.2020, 08:58 Uhr, Autor: Clemens Kriegelstein
Christian Unterlechner und sein einzigartiges Rochelt-Sortiment

Hochprozentiges Hobby: Christian Unterlechner und sein einzigartiges Rochelt-Sortiment im Genießerhotel Unterlechner im Tiroler Pillerseetal. (© Peter Kühnel)

„For adults only“ ist nicht nur das Motto des Genießerhotels Unterlechner im Tiroler Pillerseetal, sondern auch jenes des dortigen Rochelt-Sortiments. Nicht weniger als 29 Brände in den charakteristischen grünen Glasflaschen der Tiroler Kultbrennerei werden glasweise ausgeschenkt, von den klassischen Sorten in verschiedensten Jahrgängen über rare Cuvées wie Kasteler 2003 (Vogelbeere, Birne, Pflaume), Inntaler 2006 (Birne, Quitte, Waldhimbeere) oder Hollermandl 2004 (Birne, Holunder) bis hin zu besonderen Raritäten. Die Waldhimbeere 2009 ist am Markt ebenso kaum mehr erhältlich wie die Schwarze Ribisel 2010 oder die Orange 2007. Oder Brände aus dem ersten Jahr 1989, als die Flaschen noch weiß waren, da es einen Fehler in der Glasproduktion gegeben hat. Selbst Weinkritiker-Papst Robert Parker hat die Rochelt-Erzeugnisse einmal als „amazing stuff“ charakterisiert.

„Das will ich haben!“

„Ich wollte immer schon etwas sammeln, habe aber lange nicht gewusst was“, erklärt Christian Unterlechner im HOGAPAGE-Gespräch. „Autos oder Uhren haben mich nicht interessiert, bei weinen kenne ich mich zu wenig aus. Ein Erweckungserlebnis war dann 2013 ein Besuch in der Rochelt-Brennerei. Da habe ich gewusst, das will ich haben.“ Diese Überzeugungskraft braucht er dann auch gegenüber den Gästen, ist Rochelt doch nicht nur qualitativ, sondern auch preislich die Championsleague. Unter 17 Euro für 2 cl spielt sich da nichts ab. Nach oben ist die Skala ziemlich offen, weshalb Unterlechner natürlich auch „normale“ Obstbrände auf seiner Karte hat.

Eine Klasse für sich ist zudem die neue, streng limitierte Naturstark-Kollektion: Nur ganz besondere Brände in herausragenden Jahrgängen werden dort aufgenommen, bewusst hochprozentiger belassen (bis zu 66 %!) und mit entsprechend längerer Reifung. Im Keller des Hauses finden sich 18 Flaschen von drei Naturstark-Bränden, für die es weltweit nur jeweils rund 240 Kleinflaschen zu 350 ml gab und die längst ausverkauft sind: Williamsbirne 2003, Weichsel 2000 und Muskattraube 1999. Da kostet das Stamperl dann auch mal 150 Euro, aber auch dafür gibt es Liebhaber, die diese Qualität schätzen, freut sich Unterlechner.

 

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