Zwei statt eins

Kampagne zur Rettung der Wiener Kaffeehäuser

Prominente Künstler unterstützen das neue Projekt und rufen in amüsanten Kurzvideos dazu auf, wieder öfter das Lieblingscafé zu besuchen und dort nicht nur einen, sondern ab jetzt zwei Kaffees zu genießen.

Dienstag, 04.08.2020, 13:21 Uhr, Autor: Clemens Kriegelstein
Präsentation der neuen Rettungs-Initiative mit Berndt Querfeld, Alexandra Psichos, Wolfgang Binder und Thomas Kratky, der die Kampagne entwickelt hat.

Präsentation der neuen Rettungs-Initiative mit Berndt Querfeld, Alexandra Psichos, Wolfgang Binder und Thomas Kratky, der die Kampagne entwickelt hat. (v. l.). (© Michael Chuop / Fachgruppe Wien der Kaffeehäuser)

Kaffeehäuser gehören zu Wien wie das Riesenrad und die Sachertorte. Doch auch diese Institution kämpft mit den Folgen der Corona-Krise: Die Gäste bleiben aus! Die Fachgruppe Wien der Kaffeehäuser startet daher nun eine Kampagne zur Rettung der Betriebe. „Die Corona-Krise, der zweimonatige Shutdown und die rasante Veränderung des Ausgehverhaltens danach sowie die herrschende Unsicherheit führten bei vielen Kaffeehäusern zu dramatischen Umsatzeinbrüchen und existenziellen Sorgen. Die Auslastung liegt aktuell oft nur bei 40 – 50 Prozent“, beschreibt Wolfgang Binder, Obmann der Fachgruppe Wien der Kaffeehäuser und Inhaber des Café Frauenhuber, die prekäre Situation. „Viele sind noch im Homeoffice, Geschäftstermine finden oft noch nicht wieder im Kaffeehaus statt und natürlich merken wir auch ganz stark das Ausbleiben der internationalen Gäste.“

Mehr Zeit – mehr Kaffee

Unter dem Motto „Ein Kaffee kann den Tag retten, zwei vielleicht das Kaffeehaus“ ersuchen die Wiener Kaffeehäuser daher nun die Wiener um ihre Unterstützung. „Das Kaffeehaus ist ja seit jeher ein Ort, wo Zeit und Raum konsumiert und genossen werden. Man kann hier ganz leicht Stunden verbringen, ob zum Plaudern, Arbeiten oder einfach nur Leute beobachten. Am Ende steht dann aber oft nur ein Kaffee auf der Rechnung – in Zukunft hoffentlich zwei“, so Alexandra Psichos, Eigentümerin des Café Haller über die Idee. Verbildlicht wird die Kampagne mit sieben Videos, die nun erstmals präsentiert wurden. Fünf Prominente stellen sich dafür in den Dienst der guten Sache: Josef Hader, Adele Neuhauser, Nicholas Ofczarek, Thomas Maurer und Michael Ostrowski inszenieren in kurzen Clips die Bedeutung der Wiener Kaffeehäuser und ihre ganz persönlichen Rettungsgedanken.

„Ich bestelle mir immer gleich einen zweiten Kaffee. So glauben alle, da sitzt noch jemand, und ich habe meine Ruhe beim Schreiben“, hat Josef Hader augenzwinkernd erkannt. Den Trick wendet auch Thomas Maurer an, doch ist er manchmal dann doch froh, wenn ihn jemand stört: „So ist man wenigstens nicht selbst schuld, wenn einem nichts einfällt.“ „Grüß Gott Herr Professor! Küss‘ die Hand Frau Magister! – Wo, außer im Kaffeehaus, gibt es noch Sitten wie diese und vor allem wie lange noch“, ist auch Michael Ostrowski von der Notwendigkeit der Kaffeehaus- Rettung überzeugt.

Die Kampagnen-Videos:

 

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