Interview

„Die Konsumenten fordern Qualität“

Goran Huber ist österreichischer Barista-Meister, Trainer, Juror und Organisator mehrere Kaffeewettbewerbe. Mit HOGAPAGE sprach er über die Kaffeekultur und aktuelle Kaffeetrends in der Gastronomie.

Freitag, 14.09.2018, 10:40 Uhr, Autor: Clemens Kriegelstein
Goran Huber

In seinem Tiroler Kaffee-Institut (www.kaffee-institut.at) hat sich Goran Huber der Kaffee-Leidenschaft verschrieben und bietet zahlreiche Seminare zum Thema Kaffeekultur und –wissen an. (© www.schwaighofer-art.com)

HOGAPAGE: Herr Huber, wie beurteilen Sie aktuell die Kaffeekultur in Österreichs Gastronomie?
Goran Huber: Sie wird ständig besser. Die Betriebe schicken ihre Mitarbeiter immer öfter in Schulungen, man legt immer größeren Wert auf die perfekte Zubereitung, dass Wassertemperatur, Druck, Mahlgrad, etc. passen. Wenn ich diese Dinge beachte, dann bekomme ich auch ein gutes Ergebnis. Vor allem bekommen die Gastronomen auch immer stärkeren Druck von den Gästen. Denn die haben oft auch schon sehr gute Kaffeemaschinen zu Hause und sind eine entsprechende Qualität gewohnt.

Welche Trends stellen Sie aktuell in der Kaffeeszene fest?
Espresso, Cappuccino, Latte Macchiato sind auch im Moment die Dauerbrenner aber weltweit ist auch der Filterkaffee wieder im Kommen. Und zwar nicht so, wie man den Filterkaffee von früher kennt, sondern auf höchstem Niveau.

Welche Fehler werden beim Thema Kaffee in der Gastronomie häufig gemacht?
Zu wenig Innovation. Kaffee ist zwar ein Getränk mit großer Tradition, deswegen darf man aber trotzdem nicht stehen bleiben. Auch bei Fleisch, Bier oder anderen Produkten gibt es immer wieder Innovationen oder neue Trends. Das ist beim Kaffee nicht anders. Und der größte Fehler ist natürlich der, wenn ich mich zu wenig um das Produkt kümmere, die Aus- und Weiterbildung meiner Mitarbeiter außer Acht lasse.

Sehen Sie Unterschiede zwischen der Kaffeekultur in Österreich und Deutschland?
Der Unterschied wird immer kleiner. Auch in Deutschland legt man immer mehr Wert auf Schulungen, Ausbildungen und Qualität. Der Anteil des typisch deutschen Filterkaffees nimmt ab. Und ausgehend von den Städten gibt es auch dort immer mehr kleine Spezialitäten-Röstereien. (CK)

 

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