Überlebenskampf

Erste Brauerei erhebt 10,50 Euro Kastenpfand

Die Hagener Brauerei Vormann hat die Pfandpreise für Bierkästen verzehnfacht, um auf dem Markt überleben zu können. Die Ursache läge an den Großhändlern, die bei zu wenig Pfand auf die Rückgabe verzichten würden.

Donnerstag, 20.02.2020, 10:49 Uhr, Autor: Thomas Hack
Ein Kasten Bier

Eine Brauerei in Hagen ist aufgrund des deutschen Pfandsystems gezwungen, die Kastenpreise auf 10,50 zu erhöhen. (Symbolbild © andre/stock.adobe.com)

Dass man in den Getränkemärkten drei Euro Pfand für einen Kasten Bier bezahlen muss, haben die Verbraucher und Zwischenhändler längst hingenommen. Doch wie „Der Westen“ berichtet, reicht das für die Hagener Brauerei Vormann wohl nicht aus: Ab sofort würde dort das Pfand für die Sorten Export, Rotgold und Weizen jeweils ganze 10,50 Euro pro Kasten betragen. Brauer Christian Vormann habe gegenüber der Westfalenpost dazu verlauten lassen: „Mir blieb gar keine andere Wahl, wenn ich nicht möchte, dass mein Betrieb zugrunde geht.“

„Für unser Pfandsystem katastrophal“

Der Grund für diese radikale Preiserhöhung läge der Brauerei zufolge an den Großhändlern, die sich nicht mehr die Mühe machen würden, die leeren Kästen an die kleineren Brauereien zurückzugeben, wenn das Pfand „nur“ drei oder vier Euro betrüge. Eine Palette mit 40 leeren Kästen würde dem Bericht zufolge gerade einmal 124 Euro einbringen, sodass es sich nicht lohne, deswegen mit einem Lkw durch das ganze Bundesland zu fahren. Stattdessen würden die Flaschen lieber geschreddert und als neues Ausgangsmaterial weiterverkauft werden. „Die Glasflaschen und der Rahmen aus stabilem Kunststoff werden dadurch wie ein Ein-Weg-Produkt behandelt. Das ist nicht nur ökologisch unsinnig. Für unser Pfandsystem ist es katastrophal.“ (derwesten.de/TH)

 

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