Insolvenz

Brauerei Eichbaum hofft auf Investor und Neuanfang

Außenansicht der Privatbrauerei Eichbaum
Das Getränkeunternehmen Eichbaum wurde nach eigenen Angaben 1679 gegründet und stellt neben Bier auch Limoaden und Spirituosen her. (Foto: © picture alliance/dpa | Wolfgang Jung)
Ende Oktober hatte Eichbaum einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Jetzt will die Brauerei auf einen Investor setzen. Die Geschäftsführung will den Standort sichern und möglichst viele Jobs erhalten.
Dienstag, 02.12.2025, 15:15 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Nach der Insolvenz der Privatbrauerei Eichbaum in Mannheim sucht eine Unternehmensberatung einen Investor. Die Potenziale für eine Übernahme seien vorhanden, teilten die beiden Geschäftsführer Uwe Aichele und Frank Reifel mit. 

„Unser Ziel ist, den Fortbestand unserer traditionsreichen Brauerei in Mannheim zu sichern, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten.“ Von der finanziellen Schieflage des Unternehmens sind 300 Beschäftigte betroffen. 

Hintergrund

Die Brauerei hatte Ende Oktober den Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Im Export war der Umsatz zurückgegangen, im Inland sank die Nachfrage. Das führte zu einem erheblichen Liquiditätsengpass.

Das Unternehmen liefert eigenen Angaben zufolge weltweit in mehr als 60 Länder. Es soll von einer reinen Brauerei zu einem breiter aufgestellten Getränkehersteller umgebaut werden. 

Verkauf der Marke Karamalz

Eigenverwaltung bedeutet, dass das Unternehmen während des Verfahrens die Verfügungsgewalt behält und damit entscheidungs- und handlungsfähig bleibt. Dem Unternehmen ist ein Sachwalter zur Seite gestellt, der die Geschäftsführung überwacht.

Weil der Bierkonsum in Deutschland seit Jahren zurückgeht, laufen die Geschäfte bei vielen Brauereien nicht gut. Erst kürzlich war bekanntgeworden, dass Eichbaum seine Marke Karamalz samt Produktion an Veltins verkauft hat. Der Verkaufspreis wurde nicht genannt. Der Erlös daraus habe wohl die finanzielle Lage bei der Brauerei nicht stabilisieren können, vermutete der Sprecher des Betriebsrats.

(dpa/SAKL)

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