Verlorener Rechtsstreit

Brauer sucht Biertrinker für 160.000 Flaschen

Nach einem Rechtsstreit muss ein kleiner Brauer in Bielefeld nun 160.000 Flaschen Bier loswerden, bis spätestens 1. Oktober. Dafür sucht er händeringend fleißige Trinker, die sich um die rund 50.000 Liter Bier kümmern.

Mittwoch, 19.07.2017, 09:23 Uhr, Autor: Markus Jergler
Bier in Form des eisernen Throns

In Bielefeld müssen 160.000 Flaschen weg – und zwar schnell! (Foto: © Ravensberger Brauerei/facebook.com)

Grund der zahlreichen und intensiven Versuche sein Bier unter das Volk zu bringen, ist ein zurückliegender Rechtsstreit. Der 29-jährige Brauer, Mike Cacic, hatte nach seiner Ausbildung eine eigene kleine Brauerei gegründet und dort sein „Bielefelder Flutlicht“ hergestellt. Das kam so gut an, dass er seine Produktionskapazität steigern musste. Also begann er bei der Schlossbrauerei Rhedar in Brakel zu brauen und seine Flaschen mit dem Schriftzug „#endlich kein Bier mehr aus Herford“ zu versehen.

Dies nahm ein Mitbewerber zum Anlass gegen Cacic zu klagen. Da das „Bielefelder Flutlicht“ nicht mehr in Bielefeld produziert wurde, dürfe es auch nicht mehr als Bielfelder Bier beworben werden, so die Klage. Zusätzlich würde durch den neuen Schriftzug ein Mitbewerber verschmäht werden. Dem gab die Wettbewerbszentrale Recht und sprach daraufhin ein Verbot gegen die Flaschen mit dem neuen Slogan aus. Die 160.000 Flaschen, die allerdings bis dato produziert wurden, müssen nun bis zum 1. Oktober dieses Jahres verschwinden. Eine sportliche Aufgabe, aber Cacic hat bereits Ideen dafür ins Leben gerufen. Unter dem Motto „Wir fluten Bielefeld“ wird das Bier mit unterschiedlichen Aktionen vertrieben, beispielsweise die „9x fluten und die 10. Pulle ist für lau“-Aktion. Freiwillige Helfer können Cacic unter wir-fluten-bielefeld.de unterstützen. (derwesten.de/MJ)

Weitere Themen