Statistik

Bierabsatz im ersten Halbjahr weiter rückläufig

Bier
Langfristig betrachtet geht der Bierabsatz in Deutschland seit Jahren kontinuierlich zurück. (Foto: ©Givaga/stock.adobe.com)
Im ersten Halbjahr 2021 ist der Bierabsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 113,4 Millionen Liter gesunken. Besonders starke Rückgänge waren im Januar und Februar zu beobachten.
Freitag, 30.07.2021, 09:50 Uhr, Autor: Martina Kalus

Der Bierabsatz ist im ersten Halbjahr 2021 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,7 Prozent beziehungsweise 113,4 Millionen Liter gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, haben die in Deutschland ansässigen Brauereien und Bierlager im 1. Halbjahr 2021 rund 4,2 Milliarden Liter Bier abgesetzt. In den Zahlen sind alkoholfreie Biere und Malztrunk sowie das aus Ländern außerhalb der Europäischen Union (EU) eingeführte Bier nicht enthalten.

80,4 Prozent des gesamten Bierabsatzes waren für den Inlandsverbrauch bestimmt und wurden versteuert. Der Inlandsabsatz sank im Vergleich zum 1. Halbjahr 2020 um 4,9 Prozent auf 3,3 Milliarden Liter. Die restlichen 19,6 Prozent beziehungsweise 816,6 Millionen Liter wurden steuerfrei (als Exporte und als sogenannter Haustrunk) abgesetzt. Das waren 7,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Davon gingen 379,7 Millionen Liter (+3,5 %) in EU-Staaten, 431,5 Millionen Liter (+11,9 %) in Nicht-EU-Staaten und 5,5 Millionen Liter (-5,2 %) unentgeltlich als Haustrunk an die Beschäftigten der Brauereien.

Biermischungen genießen gesteigerte Nachfrage

Bei den Biermischungen war im 1. Halbjahr hingegen ein Anstieg zu verzeichnen. Gegenüber dem 1. Halbjahr 2020 wurden 8,4 Prozent mehr Biermischungen abgesetzt. Sie machten mit 238,9 Millionen Litern allerdings nur 5,7 Prozent des gesamten Bierabsatzes aus.

Corona-Krise trifft Brauereien schwer

Die seit dem zweiten Lockdown Anfang November letzten Jahres erneut geschlossenen Restaurants, Bars und Hotels sorgten besonders in den Monaten Januar (-27,0 %) und Februar (-19,1 %) für einen starken Rückgang beim Bierabsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Nachdem die Corona-Beschränkungen im Frühjahr 2021, je nach regionalem Inzidenzwert, auch für die Gastronomie wieder gelockert wurden, erholte sich auch der Bierabsatz wieder. Im März wurde im Vergleich zum Vorjahresmonat 12,4 Prozent und im Juni 11,2 Prozent mehr Bier abgesetzt.

Wiedereröffnung nur schleppend angelaufen

Der Deutsche Brauer-Bund sprach von einer enttäuschenden Bilanz: „Nach sieben Monaten Lockdown ist die Wiedereröffnung der Außengastronomie und der Innengastronomie nur schleppend angelaufen. Der Stotterstart im Gastgewerbe schlägt voll auf Brauereien und das Fassbiergeschäft durch“, erklärte der Verband in Berlin. Vor allem kleinere Brauereien seien abhängig von Gastronomie und Veranstaltungsgeschäft, wo es derzeit wieder Absagen hagele.

(Statistisches Bundesamt/dpa/MK)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Die Absatzkrise der Brauereien in Deutschland geht weiter.
Bierabsatz
Bierabsatz

Das Bier läuft nicht mehr – Brauereien in Alarmstimmung

So wenig Bier wie im Jahr 2023 haben die deutschen Brauer seit der Wiedervereinigung noch nie verkauft. Höhere Preise sind nur schwer durchsetzbar. Doch die wirklichen Probleme kommen erst noch.
Die Bayerischen Brauereien verkauften im vergangenen Jahr rund 23,9 Millionen Hektoliter Bier.
Knappe Kiste
Knappe Kiste

Bundesweiter Bierabsatz: Bayern bleibt Spitzenreiter

Hopfen und Malz, Gott erhalt’s: Am 23. April ist Deutscher Tag des Bieres. Das muss gefeiert werden. Am besten mit einem Bier in der Hand. Aber welches Bundesland verkauft das meiste Bier?
Fußballfans mit Bier
Bierabsatz
Bierabsatz

Fußball-WM: Diese Absatzerwartungen hat die Braubranche

In der Vergangenheit hat die Fußball-WM den Bierherstellern immer wieder spürbaren Zusatzabsatz beschert. Doch etwa zehn Wochen vor dem Eröffnungsspiel in Katar blickt die Braubranche ohne große Erwartungen auf das Sportevent. Das hat gleich mehrere Gründe.
Ausschank mit Zapfanlage, mehrere gefüllte Biergläser unter Zapfhähnen mit unterschiedlichen Biersorten
Brauerei
Brauerei

Absatz von Fassbier steigt

Die Biergärten füllen sich wieder mit Gästen und auch Feste finden wieder statt. Damit kehrt auch der Absatz von Fassbier wieder zurück. Allerdings fehlen noch Mengen im Vergleich zur Zeit vor der Corona-Pandemie.
Freunde stoßen mit Bier an
Trend
Trend

Alkoholfreies Bier immer beliebter

Trotz dauerhaft geschlossener Kneipen haben die deutschen Brauereien zum Tag des Bieres einen echten Hoffnungsträger ausgerufen: das alkoholfreie Bier. In der Corona-Krise haben sich die alkoholfreien Sorten deutlich besser gehalten als die herkömmlichen Biere.
Gefüllter Bierkrug neben einem kleinen Fass
Getränkeumsatz
Getränkeumsatz

Bierabsatz auf historischem Tief

Die Corona-Krise hat den Bierabsatz in Deutschland auf ein historisch niedriges Maß gedrückt. Die Brauereien und Bierlager setzten im vergangenen Jahr mit 8,7 Milliarden Litern 5,5 Prozent weniger ab als im Jahr 2019 – der niedrigste Wert seit der Neufassung des Biersteuergesetzes im Jahr 1993.
Georg Rittmayer, Horst Weiß und Martin Schimpf
Auszeichnung
Auszeichnung

Bayreuther Bierbrauerei bei zwei internationalen Bierwettbewerben ausgezeichnet

Ausgezeichnete Biere – dafür steht die Bayreuther Bierbrauerei. Zum wiederholten Mal haben internationale Fachjuroren den Bieren der Brauerei ihre hervorragende Qualität bestätigt.