Sprudelgetränke

Wie die Gastronomie die Mineralwasservielfalt nutzen kann

In Deutschland gibt es über 500 verschiedene Mineralwässer. Diese riesige Vielfalt kann die Gastronomie sich zu Nutze machen. Wie das geht, erklärt Wassersommelier Arno Steguweit.

Donnerstag, 19.01.2017, 16:49 Uhr, Autor: Markus Jergler
Sprudelwasser in Glas

Gastronomen können die enorme Mineralwasservielfalt in Detuschland nutzen (Foto: © TIMDAVIDCOLLECTION / fotolia)

„Jedes Mineralwasser zeichnet sich durch ein individuelles Geschmacksprofil aus. Daher kann auch jeder Gastronomiebetrieb – vom Frühstückscafé bis zum Fine-Dining-Restaurant – auf eine spezielle Auswahl an Mineralwässern zurückgreifen, die exakt seinen Bedürfnissen entsprechen.“ Auch für die Getränkefachhändler bedeute dies zusätzliche Absatzchancen, so Steguweit.

Ein Hauptgrund für die enorme Bandbreite an Mineralwässern sind die je nach Region unterschiedlichen Gesteine und Böden. Laut Arno Steguweit werde dadurch das Mineralstoffprofil jedes Wassers, genau wie die geschmackliche Wahrnehmung des Gastes, einzigartig. „Ein hoher Mineralstoffgehalt sorgt in der Regel für ein intensiveres Geschmacksempfinden. Mineralwässer mit geringerem Mineralstoffgehalt werden dagegen als eher mild und neutral wahrgenommen. Nicht zu vergessen ist die Kohlensäure, die ein Wasser ebenfalls geschmacklich prägt.“ Gastronomen könnten bereits mit drei bis vier verschiedenen Mineralwässer auf der Karte, eine geschmackliche Vielfalt anbieten, so Steguweit.

Getränkehändler nutzen die Vielfalt der Mineralwasserlandschaft bereits. Im Gespräch mit Gastronomen sollten diese besonders auf folgende Umstände Wert legen: „Eine wichtige Frage, die sich Getränkehändler stellen sollten, lautet: Welche Tageszeit ist für den Betrieb besonders wichtig? Liegt der Fokus beispielsweise eher auf dem Mittagsgeschäft, sind Mineralwässer mit hohem Mineralstoffgehalt und viel Kohlensäure, die den Körper aktivieren, zu empfehlen. Für Restaurants, die hauptsächlich Abendgäste empfangen, bietet sich eine Auswahl stiller Mineralwässer an, die sich auch als Allrounder zum Wein eignen“, erklärt der erfahrene Sommelier. Ebenso sollte sich das Wasserangebot an der kulinarischen Ausrichtung des Restaurants orientieren. Eine regionale Küche braucht andere Geschmäcker, als ein italienisches Lokal.

Im Arbeitsalltag müssen die einzelnen Vorzüge des jeweiligen Wassers dann auch an den Gast gebracht werden, so Steguweit: „Ähnlich wie bei einer Weinkarte sollten Gastronomen die Herkunft der Wässer nennen. Hilfreich für den Gast ist auch eine verständliche geschmackliche Beschreibung der Mineralwässer.“ (PREGAS / MJ)

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