Hafer statt Kuh

Milchalternativen im Check

Alternativen zu tierischen Produkten sind immer beliebter. So auch pflanzliche Milch. Indem sie ihr Angebot erweitern, können Gastronomen den Umsatz zu steigern und neue Gäste ansprechen. Doch was steckt überhaupt in der pflanzlichen Milch?

Mittwoch, 14.07.2021, 13:28 Uhr, Autor: Natalie Ziebolz
Verschiende Milchalternativen im Glas und ihre Hauptzutat

Milchersatzprodukte gibt es mittlerweile aus Hafer, Soja, Reis, Mandeln und Kokusnuss. (Foto: © Verbraucherzentrale NRW e.V.)

Immer mehr Menschen verwenden anstatt tierischer Milch pflanzliche Alternativen. Dem Marktforschungsunternehmen Nielsen zufolge konnte pflanzliche Milch zwischen August 2019 und August 2020 um 47 Prozent zulegen. Das hat auch Einfluss auf das Angebot in Hotellerie und Gastronomie, denn nicht nur Umwelt- und Klimaschutz spielen bei der Wahl eine Rolle auch bei Unverträglichkeiten greifen Betroffene zu entsprechenden Produkten. Aber was steckt wirklich drin in den Produkten?

Zusatz von Aromen

Ein Marktcheck der Verbraucherzentrale NRW hat ergeben, dass bei einem Fünftel der Milchalternativen (überwiegend natürliches) Aroma zugesetzt war. 38 Prozent der erfassten Erzeugnisse enthielten verschiedene Zusatzstoffe. Vor allem unter den Bioprodukten gibt es jedoch auch eine große Auswahl an pflanzlichen Produkten, die gänzlich ohne Zusätze auskommen.

Hauptrohstoff bestimmt Nährwert

In Sachen Nährwerte wiederum gibt es bei den Drinks je nach Hauptrohstoff große Unterschiede. So enthalten Produkte aus Soja vergleichsweise viel Eiweiß, während auf Getreide basierende Drinks einen höheren Kohlenhydrat- und Zuckergehalt aufweisen. „Die Angabe ‚ohne Zuckerzusatz‘ heißt daher nicht zwingend, dass die Produkte keinen oder wenig Zucker enthalten. Pflanzendrinks mit diesem Hinweis sollten deshalb den Zusatz ‚enthält von Natur aus Zucker‘ tragen“, so die Ernährungsfachleute. Einige Produzenten reichern ihre Milchalternative zudem mit Calcium an.

Nachhaltigkeit und Klimavorteile

Aus der Perspektive des Klimaschutzes lohnt sich der Griff zu pflanzlicher Milch, denn deren Produktion verursacht insgesamt deutlich weniger schädliche Treibhausgase und Umweltbelastungen als die konventionelle Milcherzeugung. Von den 19 im Marktcheck erfassten Sojadrinks waren 15 ökologisch produziert mit Sojabohnen aus europäischem Anbau. Auch Haferdrinks sind meist Bioprodukte mit Getreide aus Europa; bei der Hälfte der betrachteten Drinks stammt der Hafer sogar aus Deutschland. Neun der 14 Mandeldrinks sind laut Verpackungsangaben ebenfalls europäischen Ursprungs. Schwieriger nachzuvollziehen war die Herkunft der Zutaten bei Reis- und Kokosprodukten.

Präferenz der Verbraucher

Die nährstoffreichste, klimafreundlichste Milchalternative bringt Gastronomen und Hoteliers jedoch nichts, wenn sie den Gästen nicht schmeckt. Eine Umfrage von Statista hat ergeben, dass Hafermilch von rund 74,17 Prozent der befragten Personen die bevorzugte Wahl bei pflanzlicher Milch ist – gefolgt von Mandelmilch (68,41 Prozent) und Produkten aus Soja (49,74 Prozent).

(Nielson/Statista/Verbraucherzentrale NRW/NZ)

 

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