"Hotelzimmer 2030"

Hotel-Studie führt zu überraschenden Erkenntnissen

Die IUBH veröffentlichte eine Studie zu Zielgruppenwünschen und Planungsprozessen im Hoteldesign. Die Erkenntnis: Das Design der Zimmer ist wichtigstes Kriterium für die Gäste, doch deren Meinungen werden oftmals ignoriert.

Mittwoch, 30.10.2019, 10:09 Uhr, Autor: Thomas Hack
Ein modernes Design-Zimmer im Hotel

Das Zimmerdesign übernehmen in den meisten Fällen die Hoteliers. Die tatsächlichen Gästemeinungen werden dabei vielzu selten berücksichtigt – so das Ergebnis einer neuen Hochschul-Studie. (© iubh)

Wenn Reisende ein Gästehaus buchen möchten, treffen sie ihre Entscheidungen häufig anhand der Hotelfotos. Das abgelichtete Hoteldesign spielt daher schon bei der Buchung eine immense Rolle. Doch wer entscheidet eigentlich, wie Hotelzimmer auszusehen haben und wohin bewegt sich der Trend in der Thematik Hoteldesign? Dies hat nun die IUBH Internationale Hochschule in ihrer aktuellen Studie “Hotelzimmer 2030“ untersucht. Die wichtigsten Erkenntnisse: Komfort des Betts und Design des Zimmers sind den Hotelgästen besonders wichtig. Und Hoteliers sollten stärker die Bedürfnisse ihrer Zielgruppen im Auge behalten.

„Gästemeinungen spielen nur untergeordnete Rolle.“

„Look und Ambiente gehören zu den wichtigsten Alleinstellungsmerkmalen im Hotelgeschäft,“ lässt Prof. Dr. Nicola Zech, Fachgebietsleiterin für Tourismus an der IUBH, verlauten. Dementsprechend nutzen laut der Studie 74 Prozent aller Hotels ihre Raumgestaltung als Verkaufsargument im Online-Bereich. Zudem würden sie regelmäßig in die Gestaltung des Interieurs investieren: Umfangreiche Renovierungsmaßnahmen fänden in Hotels in der Regel im Rhythmus von fünf bis fünfzehn Jahren statt. Wie die Neugestaltung tatsächlich aussehen wird, entscheiden jedoch vor allem Hotelbesitzer (74 Prozent) und Architekten (44 Prozent). „Gästemeinungen und Marktforschung spielen dagegen nur eine sehr untergeordnete Rolle,“ so Co-Autorin Prof. Dr. Annegret Wittmann-Wurzer, IUBH-Professorin für Tourismuswirtschaft. „Das ist riskant, denn es besteht die Gefahr, dass das Design am Bedarf der Zielgruppe vorbeigeht.“

Zimmer-Design wichtiger als Badausstattung und Sicherheit

Die Wissenschaftlerinnen haben sich daher detaillierter mit den Wünschen der Hotelgäste auseinandergesetzt. Das Ergebnis: Wohlfühlambiente, Bettkomfort und Zimmer-Design haben auf die Gästezufriedenheit den größten Einfluss. Die Ausstattung von Badezimmer und Arbeitsbereich sowie Sicherheit und Beleuchtung spielen dagegen eine untergeordnete Rolle. „Hoteliers sollten also bei der Zimmergestaltung einen besonderen Schwerpunkt auf den Schlafkomfort legen,“ fasst Zech zusammen.

Technologische Innovationen mit Gästewünschen absprechen

Welche Konzepte sollten Hoteliers also bei zukünftigen Designentscheidungen verfolgen? Um diese Frage zu beantworten, hat die IUBH ein sogenanntes „Dreiecksmodell“ entwickelt, das die Rahmenbedingungen für das Hotelzimmerdesign im Jahr 2030 abbildet – nämlich Zielgruppen-Prioritäten, technologische Innovationen sowie ökonomische Restriktionen. „Jede Entscheidung in punkto Design sollte diese Eckpunkte berücksichtigen“, raten Wittmann-Wurzer und Zech. Technologische Innovationen müssten etwa grundsätzlich mit den tatsächlichen Wünschen der Gäste abgestimmt werden. Die Frage, welche Innovationen den Wohlfühlfaktor unterstützen sowie ökonomische Aspekte im Zimmerdesign wie etwa die Reinigungszeit dürften ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden. Für die Studie wurden 27 Experteninterviews mit Hoteliers in Deutschland, Österreich und Spanien durchgeführt sowie 11 Muster-Hotelzimmer unter die Lupe genommen und wissenschaftliche Artikel einer kritischen Analyse unterzogen.

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