Warum eigentlich nicht?

Verrückt oder genial? Wirt stellt Unfreundlichkeit in Rechnung!

„Warum eigentlich nicht?“, werden sich da viele denken. Schließlich erleben es alle Gastronomen früher oder später. Irgendwann muss sich jeder mal mit unfreundlichen Gästen rumschlagen. Warum also nicht einfach einen kleinen Aufschlag für Unhöflichkeiten verlangen?

Montag, 24.07.2017, 13:55 Uhr, Autor: Markus Jergler
Dicker Mann isst Spaghetti mit bloßen Händen

Ein Wirt in Essen berechnet unhöflichen Gästen einen Aufschlag. (Foto: © sumnersgraphicsinc/fotolia)

Selbst wenn man als Kellner nur Engel und Heilige bedienen würde, wäre der Job anstrengend genug. Doch leider hat man es auch häufig mit unfreundlichen Gästen zu tun, auch wenn gewisse Umgangsformen wie „Bitte“, „Danke“, „Guten Tag“ oder „Auf Wiedersehen“ eigentlich selbstverständlich sein sollten. Antonczyk Jacek (53), Besitzer der Pizzeria „Don Camillo“ in Essen, findet, bei einem harten Job wie in der Gastronomie, sollte man nicht auch noch unter unhöflichen Menschen leiden. Deshalb verlangt der Wirt einen „Pöbel-Zuschlag“.

Wie die Bild berichtet, hätte Jacek seinen Betrieb fast schon geschlossen, „nur“ weil die Gäste teilweise extrem unfreundlich waren. „Mein Mann ist sensibel. Er war kurz davor, den Laden für immer zu schließen.“, wird seine Frau Carmen (35) auf bild.de zitiert. Sie hatte auch die Idee mit der Gebühr für Pöbler. „Wer in unser Restaurant kommt und nicht grüßt, zahlt 50 Cent mehr. Wer ein ,Bitte‘ oder ,Danke‘ vergisst, zahlt einen Euro mehr“, erzählt sie gegenüber der Bild. Wenn jemand mit Befehlston seine Bestellung aufgibt, werden sogar 1,50 Euro draufgeschlagen.

Guten Tag, Danke, Bitte – Immer mehr Menschen scheinen einfachste Höflichkeitsregeln verlernt zu haben. Das will dieser Wirt nicht mehr akzeptieren.

Gepostet von Bild am Samstag, 22. Juli 2017

Überraschenderweise zeigt das System schon Wirkung. „Viele Kunden merken erst durch uns, dass sie sich falsch verhalten haben und die meisten geben uns Recht. Einige haben sogar aus schlechtem Gewissen noch mehr drauf gezahlt.“, berichtet Carmen Jacek. (bild.de/MJ)

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