Plastikfreie Gastronomie

Mit essbaren Eislöffeln zum nachhaltigsten Start-up Deutschlands

Eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Eislöffeln schaffen, das war das Ziel der drei jungen Gründerinnen von Spoontainable. 2018 ins Leben gerufen, heimsen sie seither mit ihrem Start-up zahlreiche Preise ein.

Mittwoch, 30.10.2019, 15:13 Uhr, Autor: Kristina Presser
Die drei Gründerinnen des Start-ups Spoontainable

Haben die Fachjury des WIWIN Awards 2019 mit ihrem Konzept vom essbaren Eislöffel überzeugt: Die drei Gründerinnen des Start-ups Spoontainable (Mitte, v.l.n.r.): Amelie Vermeer, Anja Wildermuth und Julia Piechotta. (Foto: © Stefan Escher für WIWIN)

Essbare Eislöffel – mit diesem Konzept gewann das Team von Spoontainable den WIWIN Award 2019 als das nachhaltigste Start-up Deutschlands. Im kürzlich stattgefundenen Finale konnten die drei jungen Unternehmerinnen die zehnköpfige Fachjury bei einem Pitch im Säälchen in Berlin von ihrer Produktidee überzeugen und setzten sich damit gegen vier weitere Start-ups durch. Und der Gewinn kann sich sehen lassen: Spoontainable erhält ein garantiertes Investment in Höhe von 500.000 Euro. Insgesamt hatten sich 160 Start-ups aus ganz Deutschland für den Award beworben.

Um eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Eislöffeln anzubieten, haben die Stuttgarter Gründerinnen von Spoontainable, Julia Piechotta, Amelie Vermeer und Anja Wildermuth, „Spoonie“ entwickelt. Das Produkt besteht aus organischen Reststoffe als Hauptkomponente, genauer gesagt aus den Fasern der Kakaoschale, die bei der Schokoladenproduktion zurückbleiben. Er ist stabil und gibt keinen Geschmack an die Speise ab. Der Clou: Der Löffel ist damit nicht nur nachhaltig gefertigt, sondern auch essbar – schmeckt aufgrund der Zutaten leicht schokoladig, ist vegan und glutenfrei.

Zusätzlich verwenden die drei auch nachhaltige Versand- und Marketingmaterialien, sodass alle Prozesse der Wertschöpfungskette umweltschonend sind. Diese ganzheitliche Abstimmung sorgt dafür, dass die „Spoonies“ als klimaneutral gelten.

Expansion ist schon geplant

Wie die drei den Gewinn einsetzen, steht auch schon fest: „Damit hätten wir nicht gerechnet, wir sind absolut sprachlos. Wir werden die 500.000 Euro jetzt dazu nutzen, unseren Vertrieb noch strategischer aufzubauen. Die nächsten Schritte sind dann die Internationalisierung unseres Geschäftsmodells und die Fokussierung auf weitere Produkte wie Becher und Teller“, erklärt Julia Piechotta. Auch neue Sorten und Formen für den Spoonie soll es demnächst geben, wie es auf der Webseite heißt, für noch mehr plastikfreies Besteck für die Gastronomie, Eismanufakturen und die To-Go Branche.

Entscheidend für die Auszeichnung war neben deren Innovationskraft und Kundennutzen vor allem ein Faktor: Das Potenzial der Geschäftsidee, einen langfristigen positiven Impact zu erzeugen und die Welt dadurch nachhaltig zu verbessern. Der diesjährige WIWIN AWARD bildete den krönenden Abschluss des WIWIN Green Finance Summit – einem gemeinsamen Event mit dem Bundesverband Deutsche Startups.

Über Spoontainable

Das Start-up Spoontainable wurde 2018 nach erfolgreicher Crowdfunding-Kampagne von den drei Gründerinnen Julia Piechotta, Amelie Vermeer und Anja Wildermuth ins Leben gerufen. Dass das Konzept auf große Überzeugung stößt, zeigen die zahlreichen Auszeichnungen – abgesehen vom WIWIN Award 2019: Unter anderem gab es bereits Mitte September 2019 den Gastro Vision Förderpreis im Bereich „Analog“, ein paar Monate zuvor die Auszeichnung beim Food Innovation Camp in Hamburg und Anfang des Jahres waren sie die Erstplatzierten bei den Startup-Days der Grünen Woche 2019.

 

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