Abgeschaut?

Große Kette und regionaler Wirt

In der Gastro hat man immer schon geschaut, was es bei der Konkurrenz neues gibt. Wenn es gut war, wird das ein oder andere auch gern übernommen. Dass allerdings eine internationale Kette bei einem kleinen Wirt abschaut ist dann doch eher ungewöhnlich.

Mittwoch, 26.07.2017, 08:50 Uhr, Autor: Markus Jergler
Croissants auf Teller mit Orangensaft

Die internationale Kette „Lagardére Travel Retail“ hat offenbar beim lokalen Wirt Didi Maier abgeschaut. (Foto: © exclusive-design/fotolia)

Didi Maier kennt in Salzburg jeder. Seine Lokale „Didilicious“ und die „Bakery“ im Europark sind teilweise so gut besucht, dass man sich zunächst in eine Schlange einreihen muss, bevor man seine Speisen erhält. Mit seinem Konzepten und Ideen schafft es Maier immer wieder seine Gäste zu begeistern und zu Stammkunden zu machen. Eine Basis auf der man aufbauen und expandieren könnte. Das dachten wohl auch einige seiner Gäste, denn diese warfen Maier vor rund einer Woche „zügellose Expansion“ vor, wie die Salzburger Nachrichten schreiben.

Los ging es mit ständigen Fragen, warum Maier denn so kurzfristig die Gastronomie im Gwandhaus in Morzg übernommen habe. Dabei war es nicht Maier, sondern die hauptsächlich auf Airports und Bahnhöfen auffindbare und internationale Kette „Lagardére Travel Retail“, die dort eingezogen war. Wie also kamen Maiers Gäste auf den Gedanken, er habe expandiert? Ganz einfach. Die bekannte Kette hat sich für seine Niederlassung in Morzg scheinbar einiges von Maiers Bakery abgeschaut. Wie die Salzburger Nachrichten schreibt, sei die Ähnlichkeit einfach zu groß.

Nach einem Vergleich beider Karten war Maier scheinbar nur noch „baff“. Gerichte, vor allem aus der Frühstückskarte haben war andere Namen wurden aber teilweise eins zu eins übernommen oder nur geringfügig abgeändert. Der bescheidene Maier freut sich darüber, dass seine Philosophie übernommen wurde. Waren es früher noch die kleinen und familiengeführten Gastronomiebetriebe, die sich Kniffe und Tricks bei den „Global Playern“ abgeschaut haben, sind es heute die großen Ketten, die sich bei regionalen Wirten Konzepte abschauen, um die Bedürfnisse ihrer Kundschaft zu stillen. Denn Nachhaltigkeit, Regionalität und Qualität werden für Verbraucher immer wichtiger. Die Zeiten in denen Gäste nach dem Motto „Hauptsache schnell und billig“ ihre Wahl trafen, scheinen vorbei zu sein. (Salzburger Nachrichten/MJ)

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