Hygiene im Hotelbett

Gut schläft, wer sauber schläft

Es gibt saubere Hotelbetten, aber die meisten haben eine Hygiene-Problem, wie eine Studie von Jens Rosenbaum schon 2019 herausfand. Wenige Hotels lassen ihre Matratzen regelmäßig waschen. Dabei kann man mit einer innovativen und nachhaltigen Vollwaschung die Lebensdauer von Matratzen bis zu drei Jahre verlängern.

Freitag, 18.02.2022, 12:54 Uhr, Autor: Karoline Giokas

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, welche Keime sich in den Hotelmatratzen tummeln? (Foto: © Chinnapong via Getty Images)

Für Küchen- und Lebensmittelhygiene gibt es Verordnungen und Sanktionen. Für die Beherbergung und das Bett keines von beidem. Dabei sind Matratzen erwiesenermaßen der schmutzigste Gegenstand in jedem privaten Haushalt wie auch in der Beherbergungsindustrie, wie die Studie von Branchenexperte Jens Rosenbaum (Autor des Buches „Das Hotel-Bett: Vom Produktions- zum Erfolgsfaktor“) zeigt. Weit vor den Türgriffen und den Toilettensitzen (übrigens meistens erstaunlich sauber).

100fache Keimdichte

Die im Zuge der Untersuchung ermittelten Werte sprechen eine deutliche Sprache. Die meisten Betten sind nur oberflächlich sauber. Je tiefer man vordringt desto schmutziger wird es. Für fabrikneue Matratzen werden KbE-Werte (Abkürzung für „koloniebildende Einheiten“) von zirka 100 ermittelt.

Die gemessenen Spitzenwerte liegen bei 10.000 und höher. Mit anderen Worten: Manche Matratzen weisen eine 100-fach höhere Keimdichte auf als bei ihrer Auslieferung. Rosenbaums Fazit: Es gibt saubere Hotelbetten, aber die meisten haben eine Hygiene-Problem.

Was sich nach 5 Jahren ansammelt

Pro Nacht nimmt jedes Bett bis zu zwei Liter Schweiß, Haare, Hautschuppen und unzählige Kleinstlebewesen auf. Das kann zu Reizungen und Allergien führen, sowohl akut als auch langfristig. Nur mittels Vollwaschverfahren lassen sich sämtliche Verschmutzungen entfernen.

Nach 5 Jahren tummeln sich in einer Matratze bis zu 7 Mio. Hausstaubmilben, 3 kg Hautschuppen, 900l Schweiß und 15 Pilzarten. Mit einer ökologischen Waschung, kann man das lösen. Als Alternative zum teuren Austausch erhält beispielsweise das österreichische Unternehmen MatWash die Qualität der Matratzen und kann die Lebensdauer verdreifachen.

Wie funktioniert das?

Die gesamten Matratzen werden in einer Spezialwaschmaschine einer mechanisch-thermischen Vollwaschung (nur mit Wasser und einem rein ökologischen Reinigungsmittel) sowie einer Trocknung und Desinfektion in einem speziell entwickelten Hochfrequenzgerät unterzogen. Alle Verschmutzungen, Keime und sonstige Fremdkörper werden so effektiv aus der Matratze abgeführt. Dafür wurde in Wien eine Reinigungsanlage aufgebaut, in der durch eine Volkshilfe-Kooperation auch Langzeitarbeitslose reintegriert werden.

(MatWash/KG)

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