Bis zu 1.000 Mal weniger Keime

Speiseöl auf Kochgeräten hilft gegen Bakterien

Eine dünne Schicht ganz normalen Speiseöls kann laut Forschern der University of Toronto helfen, die Ausbreitungen von Krankheiten über industrielle Nahrungsmittelverarbeitung zu verhindern.

Montag, 06.08.2018, 09:25 Uhr, Autor: Clemens Kriegelstein
Eine leere Großküche

Auch für Großküchen könnte die Idee mit dem Speiseöl interessant sein. (© CK)

In der Lebensmittelindustrie kommen oft schwer zu reinigende, große Geräte aus Edelstahl zum Einsatz, beispielsweise Misch- und Lagerbehälter für Zutaten. Mit wiederholter Nutzung entstehen da winzige Kratzer und Vertiefungen, in denen sich Reste und Bakterien halten. Dadurch steigt das Risiko einer Belastung beispielsweise mit Salmonellen, Listerien oder Kolibakterien. Doch dagegen gibt es ein überraschend einfaches Mittel. „Eine Edelstahl-Oberfläche mit gewöhnlichem Speiseöl zu beschichten, hat sich als bemerkenswert effektiv zur Bakterienabwehr herausgestellt“, erklärt Ben Hatton, Professor am Fachbereich Materialwissenschaft und -technik der University of Toronto.

Wie Hattons Team in einer in „ACS Applied Materials & Interfaces“ veröffentlichten Arbeit gezeigt hat, wird geeignet aufgebrachtes Speiseöl nämlich praktisch zur Bakterienschutzschicht. „Das Öl füllt die Lücken, schafft eine hydrophobe Schicht und fungiert als Barriere für Verunreinigungen der Oberfläche“, erklärt der Materialchemiker. Dieser Ansatz hat bei Testgeräten letztlich zu einer 1.000 Mal geringeren gemessenen Bakterienkonzentration geführt, da sich diese gar nicht erst festsetzen können. Das gilt auch für andere Verunreinigungen.

Ein weiterer Vorteil des Ansatzes ist, dass Oliven-, Mais- oder Rapsöl natürlich lebensmittelverträglich sind. Schon das macht sie zur attraktiven Alternative zu den teils sehr strengen Chemikalien und Desinfektionsmitteln für eine klassische Reinigung. Dazu kommt, dass bei einem Reinigungsvorgang immer noch Restbakterien zurückbleiben können, die dann dann womöglich Resistenzen gegen die genutzten Substanzen entwickeln. (pressetext.com/CK)

 

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