Veranstaltung

KI im Mittelpunkt des oberbayerischen Tourismus

Im Maritim Congress Centrum Ingolstadt gemeinsam im Einsatz (Foto: © mike@samplay)
Der Einsatz von Service-Robotern findet mehr und mehr Verbreitung. (Foto: © mike@samplay)
Ein Thema stand ganz klar im Vordergrund auf dem Tourismusforum in Ingolstadt, nämlich der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Branche. Hauptanliegen der Initiatoren war es, die Relevanz neuer Techniken und digitaler Entwicklungen zu verdeutlichen. 
Mittwoch, 17.04.2024, 10:06 Uhr, Autor: Christine Hintersdorf

Zwei Themen dominierten das Tourismusforum in Ingolstadt. Zum einen die Künstliche Intelligenz zum anderen die Digitalisierung. Zwei Trends, die die Branche bewegen und formen. 

KI hat erhebliche Relevanz für den Tourismus

Die Veranstaltung ist eine gemeinsame Initiative von Tourismus Oberbayern München e.V. (TOM), der IHK München und Oberbayern sowie dem Dehoga Bayern. Die Teilnahme des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus verdeutlicht die politische und gesellschaftliche Relevanz des Themas.

Das Forum fand heuer zum dritten Mal statt und erfreute sich großen Zuspruchs. Im Vorfeld sagte Oswald Pehel, Geschäftsführer des TOM e. V.: „Wir sind hier, um gemeinsam den Tourismus der Zukunft neu zu denken. Wir müssen vor KI und fortschreitender Digitalisierung keine Angst haben, sondern werden aktiv die Potenziale der neuen Technologien für uns nutzen.“ Damit setzte er den Ton für die kommende Veranstaltung. 

Pehel betonte weiter, er habe vor KI keine Bedenken, denn seiner Meinung nach unterstütze sie die Branche an vielen Punkten der Servicekette, ersetze aber nicht den Menschen im Tourismus an sich. Dennoch würde er gleichermaßen die Sorgen, die KI bei einigen auslöst, hören und die Bedenken diesbezüglich sehr ernst nehmen. In solchen Fällen sei es wichtig, die Rolle von KI richtig einzuordnen, Vorurteile aus dem Weg zu räumen und mit Praxisbeispielen Barrieren abzubauen.

KI eröffnet neue Chancen

Wie wichtig der Tourismusstandort Oberbayern und seine weitere digitale Transformation sind, zeigten auch die Worte von Dr. Johann Niggl, Abteilungsleiter Tourismus, Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus. „Die KI bietet zahlreiche Einsatzmöglichkeiten und Chancen, nicht nur in einem einzelnen Betrieb, sondern beispielsweise auch im Bereich der Besucherlenkung, um Gästen Alternativen zu überlaufenen Regionen zu geben.“ 

Dehoga Bayern-Landesgeschäftsführer Dr. Thomas Geppert ergänzte die vorherigen Einordnungen. „Beim Tourismusforum beleuchten wir, welche Chancen sich daraus für das Gastgewerbe ergeben. Wer sich offen und neugierig dieser Technologie widmet, stellt schnell fest: Es gibt zahlreiche Bereiche, wo KI Mitarbeiter entlasten und Gäste begeistern kann“, ist er überzeugt. Damit spielt er auf Prozesse im Bereich Marketing an oder auch die Bereiche Reservierung, Bestellung und Bezahlung, welche sich ebenfalls automatisieren lassen.

Tourismus steht an einem Wendepunkt

Die Veranstaltung hat besonders eins deutlich aufgezeigt, die KI ist kein fernes Zukunftsthema, sondern bereits heute ein integraler Bestandteil der Tourismusbranche. Die Auseinandersetzung damit ist für alle Beteiligten – von den politischen Entscheidungsträgern bis hin zu den touristischen Betrieben – unerlässlich.

Zudem verdeutlicht eine Studie von Statista und booking.com aus 2023, dass die Branche an einem Wendepunkt steht. Während zum Zeitpunkt der Studie knapp 27 Prozent der Beherbergungsbetriebe KI-Technologien bereits nutzten oder planten einzusetzen, zögerten 74 Prozent noch.

Das Tourismusforum Oberbayern leistet wichtige Aufklärungsarbeit und motiviert zum aktiven Engagement mit KI. Vor Ort war man sich einig: Sich gänzlich gegen KI zu entscheiden, birgt vor allem dann ein Risiko, wenn perspektivisch ein Großteil aller Tourismus-Betriebe KI nutzen werden – so entstehen klare Vor- oder Nachteile im Wettbewerb.

Die IHK München und Oberbayern sowie der Dehoga Bayern setzen sich ebenso wie der TOM e. V. dafür ein, dem entgegenzuwirken. Deswegen wird neben vielen anderen Maßnahmen der Ausrichtenden das Tourismusforum dafür genutzt, aufzuklären und zielgerichtet Vorbehalte aus dem Weg zu räumen.

Berührungsängste nehmen

So wurden nicht nur viele Zukunftsperspektiven aufgezeigt, wie KI und Digitalisierung den Tourismus verändern werden, sondern auch Hilfestellung im souveränen Umgang mit Daten und IT-Sicherheit gegeben. Abschließend entstand eine abwechslungsreiche Diskussion darüber, wie Digitalisierung und KI auf den Fachkräftemangel einwirken.

Thomas Quiram, Dehoga Bayern-Regionalgeschäftsführer für Oberbayern, ergänzte: „KI ist kein Job-Killer, sondern bringt Entlastung im Arbeitsalltag. Jene Betriebe, die Chancen erkennen und ergreifen, haben am Ende die Nase vorn. Dieses Forum soll aufklären, Ängste nehmen und konkrete Einsatzszenarien aufzeigen. Dass auch der Abteilungsleiter Tourismus des neu geschaffenen Bayerischen Tourismusministeriums anwesend ist, zeigt: Höchste politische Ebenen haben die Relevanz von KI für die Branche erkannt und wollen die Technologie weiter voranbringen.“ 

Unterstützung wird angeboten

Das Thema künstliche Intelligenz erzeugt viel Reibung. Für Oswald Pehel ist aber eins klar: „Mit Hilfe von Digitalisierung und KI können wir nicht nur unseren Arbeitsalltag an vielen Stellen entlasten, sondern sichern darüber hinaus langfristig Arbeitsplätze und positionieren das touristische Oberbayern weiterhin als einen maßgeblichen Wirtschaftstreiber für den gesamten Freistaat – denn Transformation bedeutet Zukunftssicherheit.“ 

Die Resonanz auf das Forum bekräftigt, dass Oberbayerns Tourismus bereit ist, den digitalen Wandel aktiv mitzugestalten. Gemeinsam wird an Lösungen gearbeitet, um den Tourismusstandort nachhaltig zu stärken und für zukünftige Herausforderungen zu rüsten.

Echte Hilfe zur Selbsthilfe im Nachgang des Forums ist auch garantiert: Die oberbayerischen eCoaches waren im Congress Centrum vor Ort. Auch im Nachgang stehen in allen oberbayerischen Regionen diese digitalen Botschafter für alle Gastgeber und Freizeiteinrichtungen mit Rat und Tat in Sachen Digitalisierung zur Seite. 

(Dehoga Bayern/CHHI)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Bernd Buckenhofer.
Politik
Politik

Bayerischer Städtetag hält an Bettensteuer fest

Der Bayerische Städtetag stellt sich gegen das von der Staatsregierung geplante bayernweite Verbot von Bettensteuern für Hotels.
Tourist in München macht ein Selfie mit dem Smartphone.
Tourismus
Tourismus

Kommt jetzt die Übernachtungssteuer für München?

Die Münchner Stadtkämmerei will eine Übernachtungssteuer einführen. Das geht aus einer Beschlussvorlage für den Finanzausschuss in der kommenden Woche hervor. Sind die Pläne der Münchener erneut zum Scheitern verurteilt?
Die Bettensteuer für München ist vom Bayerischen Landtag verhindert worden.
Gesetzesänderung
Gesetzesänderung

Bayerischer Landtag verhindert Bettensteuer

Es war ein echter Krimi, der sich in München abspielte. Schließlich war es bis heute Morgen noch unklar, ob sie kommen wird oder nicht. Jetzt kann die Hotellerie- und Touristikbranche aufatmen.
Leistungsbeweis von Bayerns Gastgewerbe
Dehoga
Dehoga

Sterne-Klassifizierungen für Bayerns Hotellerie und Gastronomie

Am 22. August 2022 haben Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Angela Inselkammer, Präsidentin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga Bayern, in München Sterne-Klassifizierungen an 85 Hotels, Gasthäuser und Pensionen im Freistaat verliehen.
Präsidium DEHOGA Bayern und Vostand VDS
Tourismus
Tourismus

Dehoga Bayern und VDS kooperieren

Der Dehoga Bayern und der Verband Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte e.V. (VDS) ziehen an einem Strang: Gemeinsam wollen die beiden Verbände den Tourismus in Bayern nachhaltig stärken.
Bayerns Wirtschaft- und Tourismusminister Hubert Aiwanger
Tourismusbilanz 2020
Tourismusbilanz 2020

„Bund muss steuerlichen Verlustrücktrag ausweiten“

Die aktuelle Bilanz zum Tourismus in Bayern zeigt die verheerenden Auswirkungen der Corona-Pandemie. Bayerns Wirtschafts- und Tourismusminister Hubert Aiwanger fordert daher bei der Vorstellung der Tourismusbilanz 2020 Rahmenbedingungen, die den Betrieben ein erfolgreiches Wirtschaften ermöglichen.
Achensee im Karwendel-Gebirge, dahinter Berge, im Vordergrund Terrasse mit Liegestühlen
Erwartungen
Erwartungen

Alpine Ferienhotellerie: Positive Signale für die Sommersaison

Die Buchungsprognosen für die baldige Ferienzeit in den Alpenländern sind insbesondere in Bayern und Südtirol im Aufwärtstrend. Nur in Tirol sind die Aussichten nicht ganz so erfreulich. Die Branche kann auf einen gelungenen Sommer hoffen. 
Markus Lötzsch, Angela Inselkammer, Johannes Komm und Dr. Markus Gruber
Nachwuchsarbeit
Nachwuchsarbeit

Johannes Komm zum Bayerischen Ausbildungsbotschafter ernannt

Das Gut Ising hat die Nachwuchsarbeit schon lange im Fokus. Die Ernennung von Johannes Komm zum Dehoga Bayern Ausbildungsbotschafter zeigt, wie sehr sich auch die Mitarbeiter des Hotels persönlich für die Ausbildung junger Talente engagieren.