Gesetzesänderungen

Jahresausblick 2017: Mehr Gehalt, mehr Rente und weniger Steuern

Viele Menschen werden im nächsten Jahr voraussichtlich mehr Netto vom Brutto im Geldbeutel haben. Rentner dürfen sich zudem über eine Erhöhung ihrer Bezüge freuen. Das wirtschaftliche Plus hängt allerdings vom Ölpreis ab…

Dienstag, 20.12.2016, 14:04 Uhr, Autor: Felix Lauther
Mann mit Anzug im Geldregen

© alphaspirit/FOTOLIA

Es sieht für viele Bürger gut aus im Jahr 2017: Dank dem erwarteten wirtschaftlichen Konjunkturhoch, dürften sich die Verbraucher durch Gehaltserhöhungen auf praller gefüllte Portemonnaies freuen. Auch Rentner profitieren von einer Erhöhung ihrer Bezüge. Ein Segen wäre dieser Umstand auch für die Gastronomie, die sich somit auf eine stärkere Auslastung und mehr Umsatz freuen kann.

„Die meisten Verbraucher werden wohl mehr Geld im Portemonnaie haben“, sagt der Konjunkturexperte Roland Döhrn vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa).

Gesetzlicher Mindestlohn steigt
Dem Herbstgutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute zufolge dürfte der Verdienst je Arbeitnehmer 2017 im Durchschnitt um 2,3 Prozent steigen. Viele Geringverdiener werden außerdem vom Anstieg des gesetzlichen Mindestlohns profitieren, der sich Anfang 2017 um 4 Prozent auf 8,84 Euro erhöht. Und auch die Rentner können nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung mit einem Zuschlag von bis zu 2 Prozent rechnen.

Vieles hängt von den Erdölproduzenten ab
Allerdings sind diese Prognosen nicht 100 Prozent gesichert, wie Konjunkturexperte Döhrn betont. So könnte ein deutlicher Anstieg der Ölpreise den Verbrauchern zumindest teilweise einen Strich durch die Rechnung machen. Gelingt es dem Förderkartell Opec die Preise dauerhaft nach oben zu treiben, würde dies die Inflation erhöhen. Die reale Lohnsteigerung könnten dann entsprechend niedriger ausfallen.

Hartz-IV-Satz steigt
Auch Hartz-IV-Empfänger bekommen etwas mehr Geld. Der monatliche Regelsatz für alleinstehende Langzeitarbeitslose steigt zum Jahreswechsel um fünf Euro auf 409 Euro. Auch für Paare und Kinder gibt es einen Aufschlag, den größten für die 6- bis 13-Jährigen: Für diese Gruppe steigt der monatliche Regelsatz von 270 auf 291 Euro. Weitere Informationen zum Thema Hartz IV bekommt man hier.

Minimale Steuersenkung
Für Steuerzahler gibt es ebenfalls ein wenig Erleichterung. Bundestag und Bundesrat haben im Dezember eine Mini-Steuersenkung beschlossen, mit der die Bürger um jährlich knapp 6,3 Milliarden Euro entlastet werden sollen. Konkret soll der Grundfreibetrag 2017 um 168 Euro auf 8.820 Euro steigen.

Die Einkommensgrenzen bei der Steuer im nächsten Jahr für alle Steuersätze um 0,73 Prozent. Damit soll die erwartete Inflationsrate quasi in den Steuertarif eingearbeitet und eine „kalte Progression“ verhindert werden. Damit wird der Effekt bezeichnet, dass Lohnerhöhungen lediglich die Inflation ausgleichen und es trotz einer unveränderten Arbeitsleistung zu einem Anstieg der Durchschnittsbelastung kommt. (dpa / FL)

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