Was ist sinnvoll?

Housekeeping outsourcen oder selbst machen?

Es ist einer der größten und auch einer der wichtigsten Teile der Hotelarbeit: das Housekeeping. Ab einer gewissen Größe stellt sich für jedes Hotel die Frage, ob es nicht sinnvoller wäre, diese Arbeit auszulagern.

Mittwoch, 03.05.2017, 10:32 Uhr, Autor: Markus Jergler
Frau beim Housekeeping

Housekeeping wird in zahlreichen Hotels an externe Unternehmen ausgelagert. (Foto: © Andrey Popov / fotolia)

Wenn ein Gast in ein Hotel eincheckt, ganz egal ob rustikale Ferienwohnung oder Fünf-Sterne-Hotel, erwartet er zumindest eines: Sauberkeit. Der erste Eindruck ist extrem wichtig. Gerade in Zeiten von Tripadvisor und Co. ist Hygiene und Reinlichkeit ein absolutes Muss. Wer regelmäßig Flecken auf der Bettdecke, Schlieren auf den Fenstern oder nicht gereinigte Toiletten hat, wird sehr bald von seinen Gästen im Internet abgestraft. Sowohl in den Zimmern als auch in den öffentlich zugänglichen Bereichen wie dem Foyer oder dem Restaurant muss das Personal zuverlässig reinigen.

Mit der richtigen Planung und einem konkreten Umsetzung- und Finanzierungsplan kann das Outsourcen des Housekeepings zahlreiche Vorteile bringen. Es gibt mittlerweile eine wahnsinnig große Bandbreite an potentiellen Anbietern, welche die anfallenden Arbeiten übernehmen. Personalleasing-Unternehmen stellen das Personal für die diversen Aufgaben im Housekeeping. Bevor man sich jedoch für  das Auslagern entscheidet, gilt es einen genauen Kosten-Nutzen-Plan zu erstellen.

Viele Faktoren spielen eine Rolle
Beim Housekeeping müssen zahlreiche Größen in die Rechnung mit einfließen. So gilt es die Zahl der zur Verfügung stehenden Zimmer, die tatsächliche sowie die prognostizierte Auslastungsquote, die Personalkosten für eigenes sowie für ausgelagertes Personal und die Lage des jeweiligen Hotels miteinander in Beziehung zu setzen. Die Kategorie des Hauses spielt ebenfalls eine Rolle – handelt es sich um ein Ferien- oder Businesshotel. Fest steht, dass das Outsourcen des Housekeepings immer beliebter wird. Richtig angewendet, kann der Hotelier sich dadurch enorme Vorteile sichern.

Wenn man sich dafür entscheidet, das Housekeeping mit eigenem Personal durchzuführen kann das natürlich ebenfalls Vorteile haben, allerdings fallen auch wesentlich mehr Arbeit und Kosten an. Ganzjährige Lohn- und Nebenkosten, Fort- und Weiterbildungs- oder Schulungsmaßnahmen, Betreuungsaufgaben, Dienstplanerstellung, die Beschaffung von Arbeitskleidung und Arbeitsmaterial sowie das Zahlen von Urlaubs- oder Krankengeld sollte bei der Outsourcing-Überlegung immer eine Rolle spielen. Natürlich ist auch die Suche nach qualifiziertem Personal eine entscheidende Angelegenheit. Gut ausgebildete Fachkräfte sind nicht immer ohne weiteres zu finden. Beim Auslagern entfallen all diese Kosten und Arbeitsschritte. Das Unternehmen, an welches ausgelagert wird, übernimmt all diese Aufgaben.

Natürlich ist das Outsourcen keine Wunderlösung für jeden Betrieb. Auch hier gibt es einige sehr wichtige Punkte zu beachten. Vor allem muss man sich darüber im Klaren sein, dass „Sonderdienste“, also Dienstleistungen, die nicht vertraglich festgehalten sind, in der Regel sehr teuer sind. Zudem ist die Hausdame eines Hotels gegenüber dem Dienstleistungspersonal nicht weisungsbefugt. Wenn die Entscheidung für das Outsourcen gefallen ist, sollte man sich sehr detailliert mit der Vertragsgestaltung, insbesondere den zu erbringenden Leistungen, beschäftigen. Wie hoch ist der Pauschalpreis pro Zimmer? Welche Bereiche sind wie oft zu reinigen?  Welche Aufgaben fallen konkret an? Welche Maschinen, Werkzeuge und Reinigungsmittel sind zu verwenden? Wann gilt etwas als „sauber“ und „fertig“? Diese Fragen und noch mehr müssen vor Vertragsabschluss unbedingt geklärt sein!

Neben einer detaillierten Kostenplanung und den konkreten Vertragsformulierungen sollte bei der Recherche nach dem passenden Dienstleistungsunternehmen genau verglichen werden. Auch wenn der Preis ein wichtiger Faktor ist, sollte nicht automatisch der billigste Anbieter gewählt werden. Dies kann zu Qualitätseinbußen führen, welche wiederum unzufriedene Gäste mit sich bringen. Im schlimmsten Fall entsteht ein nicht wieder gut zu machender Imageschaden. Bei der Recherche sollte deshalb immer auf Branchenerfahrung, Weiterempfehlungen von anderen Häusern sowie Branchenzertifikate geachtet werden.

Mit der richtigen Planung kann das Outsourcen des Housekeepings enorme Kosteneinsparungen liefern. Wichtig ist jedoch eine genaue und strukturierte Vorgehensweise. (MJ)

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