Ratgeber

Expertentipp zum Thema Nachhaltigkeitszertifizierungen

Mit Zertifizierungen und Siegeln können Nachhaltigkeitsmaßnahmen gewürdigt und nach außen getragen werden. Doch welches sind die passenden Label, stehen für Seriosität und stärken die eigene Reputation? In einem Essay gibt Dr. Erik Lindner konkrete Empfehlungen ab.
Donnerstag, 15.09.2022, 11:29 Uhr, Autor: Sarah Kleinen
Dr. Erik Lindner
Dr. Erik Lindner, Themenmanager für Nachhaltigkeit beim Bayerischen Zentrum für Tourismus (BZT) (Foto: © BZT)

Ursprünglich für Hotels und Strände entwickelt, gibt es heute zwischen 150 und 200 verschiedene Siegel und Zertifikate für alle Arten von Tourismusbetrieben und Destinationen. Die Zertifizierungssysteme werden sowohl auf lokaler, regionaler, als auch internationaler Ebene angewendet.

Generell wird die Zertifizierung als eine Möglichkeit gesehen, mehr Informationen, Transparenz und Glaubwürdigkeit über die Unternehmenspraktiken zu bieten. Gleichzeitig kann die Zertifizierung – gerade, wenn sie durch ein intensives Coaching begleitet wird – eine Unterstützung bei der individuellen nachhaltigen Entwicklung der teilnehmenden Unternehmen sein.

Das Überraschende dabei: Vielen Unternehmen ist der Zertifizierungsprozess wichtiger als das resultierende Siegel.

„Zertifizierungssysteme sind ein Instrument“

Dr. Erik Lindner, Themenmanager für Nachhaltigkeit beim Bayerischen Zentrum für Tourismus (BZT), beleuchtet in seinem auf wissenschaftlichen Studien und Erkenntnissen basierenden Essay ferner die Auswirkungen von Zertifizierungen für die Anbieterseite, die Bedeutung von Zertifizierungen für die Nachfrageseite sowie die Möglichkeiten zum Erlangen eines Zertifikates für Betriebe und Destinationen. Auch zu den Kosten, dem Umfang und die Überprüfung der Zertifizierung gibt er Hintergrundinformationen.

„Zertifizierungssysteme sind ein Instrument, um den Tourismusmarkt freiwillig in Richtung Nachhaltigkeit zu bewegen“, lautet seine Quintessenz. Und weiter: „Dies funktioniert jedoch nur, wenn die ‚bessere Wahl‘ von den Konsumenten bevorzugt wird und somit die Wettbewerbsfähigkeit des zertifizierten Tourismus verstärkt wird und die Investitionen in die Nachhaltigkeit amortisiert werden. Bislang ist dies jedoch nur in geringem Umfang der Fall.“

Vorteile der Zertifizierungen

In seinen Augen ergeben sich für die Akteure im bayerischen Tourismus aus der Zertifizierung ihrer Nachhaltigkeitsleistungen sowohl auf betrieblicher Ebene als auch im Hinblick auf die Attraktivität gegenüber potenziellen Kunden eine Reihe von Vorteilen.

„Der gesellschaftliche Trend zum nachhaltigen Konsum und die höhere Zahlungsbereitschaft für nachhaltige Dienstleistungen sollten ein guter Motivator für die Entscheidung zu einer Zertifizierung der eigenen Nachhaltigkeitsleistungen sein“, zeigt er sich überzeugt.

Der Essay von Dr. Erik Lindner (BZT) ist online abrufbar.

(Bayerisches Zentrum für Tourismus/SAKL)

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