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5 Thesen zur Gastronomie nach Corona

Junge Frau bereitet ein Takeaway-Menü im Restaurant während der Corona-Krise zu
Lieferservice wird wohl auch künftig eine wichtige Einnahmequelle für Gastronomen sein. (Foto: ©DisobeyArt/stock.adobe.com)
Was können Gastronomen aus der Corona-Krise mitnehmen? Wie verändert sich die gastronomische Arbeitswelt? Ein Experte hat fünf Thesen aufgestellt und gibt Tipps für den Neustart.
Montag, 22.06.2020, 16:03 Uhr, Autor: Kristina Presser

Welche nachhaltigen Auswirkungen hat die Corona-Krise auf die Gastronomie? Mit dieser Frage hat sich Felix Schönfelder, Geschäftsführer der Socialwave GmbH, auseinandergesetzt und ist sicher: „Der neue Ist-Zustand ist ein anderer als noch im Februar.“ Als Experte in einem auf Marketing- und Digitallösungen für Gastronomiebetriebe spezialisierten Unternehmen hat er fünf Thesen darüber aufgestellt, was Gastronomen aus der Krise mitnehmen können. „Die neue Realität eröffnet der gesamten Branche Chancen“, sagt Schönfelder.

1.: Bestellsystem ändern
Die Corona-Pandemie hat Gastronomen und Personal zum ressourcenschonenden und effizienten Arbeiten verpflichtet. Das ist vor allem durch digitale Tools möglich. Schönfelder: „Digitale Bestellungen sind wesentlich effizienter, sowohl für die Gäste als auch für die Betriebe. Sie nimmt Restaurant- und Bar-Betreibern zeitraubende Arbeit ab, sie müssen sich nicht noch um anrufende Kunden kümmern.“

2.: Dank digitaler Sichtbarkeit analogen Umsatz steigern
Die Digitalisierung machte branchenübergreifend einen enormen Schub. Daher ist sich der Socialwave-CEO sicher: Wer online nicht oder kaum auffindbar existiert, hat es auch offline immer schwerer. Das bedeutet, Restaurants, Bars und Cafés sollten über Google durch SEO-optimierte Einträge, eine entsprechende Gestaltung der Homepage sowie Social-Media-Kanäle von (potenziellen) Gästen zu finden sein. „Gerade Facebook und Instagram helfen bei der täglichen Kommunikation mit den Kunden, beide Plattformen decken eine breite Zielgruppe ab und fördern Markenbindung. Positive Bewertungen von Gästen sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor“, erklärt Schönfelder. Langfristig führe das auch zu besseren Umsätzen.

3.: Lieferservice liegt im Trend
Lieferservice-Angebote boomen seit der Corona-Krise – schließlich waren sie teils die einzige von der Regierung erlaubte Einnahmequelle in der Gastronomie. Und noch immer verhindern Hygiene- und Abstandsregelungen die vollständige Rückkehr zur Normalität. Daher glaubt Schönfelde, dass davon auszugehen ist, dass Außer-Haus-Verzehr und Lieferservice künftig fester Bestandteil des Umsatzes von Gastronomen sind. „Dieser neuen Realität muss sich die Gastronomie-Branche anpassen. Wichtig sind eine flexible Personalplanung und die Koordination des Lieferservices.“ Die Basis dafür: funktionale und digital unterstützte Prozesse.

4.: Weniger Mittagsgeschäft
Mit der Corona-Krise kam der Homeoffice-Boom – und dieser wird wohl auch in Zeiten nach Corona in gewisser Form weiterbestehen. „Die Folge ist, dass der Umsatz für Gastronomen beim Mittagsgeschäft zurückgehen wird. Es fehlt die hohe Frequenz, etwa an Büroangestellten.“ Und damit fehlt auch die Planbarkeit für den Wareneinkauf und die früher einst konstante Auslastung.

5.: Mehr selberkochen statt Essen gehen
Selberkochen avancierte in den vergangenen Monaten zum Trend, heißt es von Socialwave. „Um diese Tendenz zu nutzen, können digitale Kochkurse angeboten werden. So können fehlende Einnahmen ausgeglichen werden“, lautet Schönfelders Tipp. Das Fundament sei das digitale Mise en Place. Wer jetzt in IT-Infrastruktur investiere, bleibe auch künftig erlebbar. Gäste-WLAN hilft den Betrieben dabei, eine Community aufzubauen. „Digitale Events sind beliebt. Etwa wenn der Koch die Zubereitung eines Spargelgerichts spontan zeigt und live bei Instagram postet. Das wiederrum ist gut für die Marke“, erklärt Schönfelder.
(Socialwave GmbH/KP)

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