Ein riesiger Markt

1,5 Milliarden Euro Umsatz: Was wollen weibliche Hotelgäste?

Geschäftsreisende machen einen großen Teil der Hotelgäste aus. Dabei nimmt die Quote der Frauen immer weiter zu. Momentan liegt die Zahl bei über 38 Prozent, wie eine aktuelle Umfrage zeigt.

Montag, 19.06.2017, 13:56 Uhr, Autor: Markus Jergler
Frau in Morgenmantel mit Kaffee sitzt auf Bett und sieht auf Laptop

Weibliche Geschäftsreisende generieren einen Übernachtungsumsatz von 1,5 Milliarden Euro. (Foto: © Drobot Dean/fotolia)

In einer gemeinsamen Umfrage des unabhängigen Qualitätssiegels Certified, des Verbandes Deutsches Reisemanagement e.V. (VDR) und des Bundesverbandes Sekretariat und Büromanagement e.V. (BSB) wurde untersucht, wie Frauen auf Geschäftsreisen unterwegs sind. Insgesamt nahmen 454 Frauen aus verschiedensten deutschen Firmen teil.

38,13, so hoch ist der Prozentsatz an weiblichen Geschäftsreisenden in Deutschland. Das jährliche Gesamtvolumen an beruflichen Reisen liegt bei rund 3,06 Millionen. Daraus lässt sich ableiten, dass schon allein die 454 Teilnehmerinnen der Umfrage einen nationalen Beherbergungsumsatz von 61,3 Millionen Euro bringen. Das gesamte frauenspezifische Umsatzvolumen beläuft sich sogar auf 1,5 Milliarden Euro. Damit ist klar: Weibliche Geschäftsreisende sind für Hoteliers eine mehr als nur attraktive Zielgruppe, auf die es sich einzustellen gilt. Denn Frauen ticken bei der Buchung eines Hotels anders als Männer, ihnen sind andere Dinge wichtig.

Worauf legen Frauen Wert?
Ganz weit oben auf der Prioritätenliste der meisten weiblichen Geschäftsreisenden sind Kriterien wie Sicherheit, Beleuchtung und Hygiene. Knapp 80 Prozent erwarten eine regelmäßige Reinigung der Matratzen. Bei Kissen, Decken und Bezügen ist für fast 90 Prozent eine regelmäßige Hygienekontrolle selbstverständlich. Dies gilt auch für Badezimmer sowie für den Bodenbelag. Was hingegen von rund zwei Dritteln der Befragten abgelehnt wird, ist ein Begleitservice zum Hotelzimmer. Ein separater Arbeitsplatz ist dagegen für 63,4 Prozent sehr wichtig. Diese Vorlieben unterscheiden sich bislang kaum von den Wünschen männlicher Geschäftsreisender.

Punkten können Hoteliers dagegen mit verschiedenen Verwöhnprogrammen. Hier liegt der größte Unterschied zwischen Männern und Frauen. Beinahe 50 Prozent der Frauen freuen sich über einen bequemen Sessel im Hotelzimmer, für 31 Prozent wird dieser durch eine Kuscheldecke noch zusätzlich aufgewertet. 62 Prozent der befragten Frauen wollen auf ihrem Zimmer frisches Obst vorfinden. Auch Smoothies, Blumen und Magazine erhöhen den Wohlfühlfaktor. Kleine Produktproben zum Ausprobieren, Shopping-Tipps und Kultur-Empfehlungen vom Hotelpersonal kommen bei mehr als 50 Prozent der weiblichen Hotelgäste an. Inge Pirner, VDR-Präsidiumsmitglied und Leiterin des VDR-Hotelausschusses fasst das Ergebnis der Umfrage zusammen: „„Die Botschaft an die Business-Hotels ist es, die Angebotslücke zu schließen und die Wünsche der weiblichen Zielgruppe zu erfüllen. So haben Frauen auf Geschäftsreisen etwa spezielle Bedürfnisse in punkto Sicherheit, da sie anderen Gefahrenpotenzialen ausgesetzt sind. Die geschlechterspezifischen Unterschiede stellen besondere Anforderungen an das Travel Management und auch an die Hotellerie.“ „Im Verwöhnfaktor für weibliche Geschäftsreisende liegt ein großes Potenzial für Hotels, ohne dabei groß investieren zu müssen“, ergänzt Sabine Hirwatis, Vorstandsmitglied beim BSB. (PREGAS/MJ)

 

 

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