Arbeitskräftemangel

Zumutbarkeitsbestimmungen zu lasch?

Tirols Wirtschaftskammer fordert Verdreifachung der Saisonierkontingente, Stärkung überregionale Vermittlung von Arbeitskräften und Vereinfachung der RWR-Karte, um die leeren Arbeitsplätze zu füllen.

Mittwoch, 26.02.2020, 10:54 Uhr, Autor: Clemens Kriegelstein
Mann liegt in Hängematte

Nach Ansicht mancher Tourismus-Vertreter machen es sich zu viele Arbeitslose in Österreich in der sozialen Hängematte bequem. (© Monkey Business – stock.adobe.com)

80 Prozent der österreichischen Tourismusbetriebe leiden an starkem Mitarbeitermangel – speziell in den westlichen Bundesländern. „Steigende Qualität bedeutet auch mehr Personal. Allein in den letzten zehn Jahren stieg die Zahl der Beschäftigten im Tiroler Tourismus um 44 Prozent. Wenn wir im Tourismus dem Fachkräftemangel effizient entgegenwirken wollen, braucht es Sofortmaßnahmen, wie die Verdreifachung des Saisonierkontingent, die Stärkung der überregionalen Vermittlung von Arbeitskräften und die Vereinfachung der Rot-Weiß-Rot-Karte“, fordert der Tiroler Hotellerie-Obmann in der Wirtschaftskammer, Mario Gerber.

Insbesondere bei den Zumutbarkeitsbestimmungen sieht Gerber Handlungsbedarf. „Das einzige Unzumutbare sind Arbeitslose in Wien, die in Tirol gebraucht werden! Im internationalen Vergleich sind wir bei der Zumutbarkeit nicht sonderlich streng, wie eine Vergleichsstudie der OECD zeigt. So müssen beispielweise Arbeitslose in Norwegen vermittelte Stellen im ganzen Land annehmen und in Dänemark verlängern sich die zumutbaren Wegstrecken mit zunehmender Dauer der Arbeitslosigkeit.“, so der Tourismussprecher der Tiroler Volkspartei.

 

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