Nach Epstein-Enthüllung: Hyatt-CEO übernimmt Vorsitz
Die Enthüllungen um Verbindungen zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zwingen eine weitere prominente Figur der US-Geschäftswelt zum Rückzug. Milliardärserbe Thomas Pritzker gab den Vorsitz im Aufsichtsrat des Hotelkonzerns Hyatt auf und wird das Gremium verlassen.
Er wolle mit dem Schritt angesichts seiner Kontakte zu Epstein und dessen verurteilter Vertrauten Ghislaine Maxwell Hyatt schützen, teilte der 75-jährige Pritzker mit. Er bedauere zutiefst seine Epstein-Verbindungen.
Verbindungen zu Epstein
Jüngst veröffentlichte Unterlagen aus den Epstein-Ermittlungen legten offen, dass Thomas Pritzker über Jahre häufig Kontakt zu Epstein hatte. Erst vergangene Woche war die Chefjuristin der Bank Goldman Sachs, Kathryn Ruemmler, wegen ihrer Verbindungen zu Epstein zurückgetreten.
Thomas Pritzkers Vater Jay Pritzker hatte die Hyatt-Kette seit den 50er Jahren auf Basis eines Hotels in Los Angeles aufgebaut und die Familie hat weiterhin weitgehende Kontrolle bei dem Konzern. Thomas Pritzker war zeitweise auch Hyatt-Chef und hielt mehr als 20 Jahre den Vorsitz im Verwaltungsrat.
Nachfolge bereits geregelt
Der Aufsichtsrat hat bereits eine Nachfolgeplanung durchgeführt. Mit sofortiger Wirkung wurde Mark S. Hoplamazian (62), Präsident und Chief Executive Officer von Hyatt, zum Nachfolger von Pritzker als Vorsitzenden ernannt.
„Wir sind überzeugt, dass Mark mit seiner tiefgehenden Kenntnis des Unternehmens, seinen starken Beziehungen zu Eigentümern und Mitarbeitenden sowie seiner fast zwanzigjährigen erfolgreichen Tätigkeit als CEO bestens geeignet ist, den Vorsitz zu übernehmen und den langfristigen Erfolg von Hyatt weiter voranzutreiben“, sagt Richard Tuttle, Vorsitzender des Nominierungs- und Corporate-Governance-Ausschusses des Verwaltungsrats.
Mark S. Hoplamazian blickt mit Zuversicht auf seine neue Aufgabe: „Ich fühle mich durch das Vertrauen des Verwaltungsrats geehrt und freue mich darauf, die Rolle des Vorsitzenden zu übernehmen“, sagt Hoplamazian. „Toms Entscheidung spiegelt seine verantwortungsvolle Führung und sein jahrzehntelanges Engagement für Hyatt wider. Mit Blick auf die Zukunft bleiben wir auf die Umsetzung unserer Strategie für langfristiges Wachstum fokussiert, fördern weiterhin eine wertschätzende Unternehmenskultur für unsere Mitarbeiter, schaffen bedeutungsvolle Erlebnisse für unsere Gäste und steigern die Performance für Eigentümer sowie den Wert für unsere Aktionäre.“
(dpa/Hyatt/SAKL)