Frust-Faktor

Job-Zufriedenheit auf dem Tiefpunkt

Laut aktueller Studie eines britischen Personaldienstleisters sieht nicht einmal mehr jeder zweite Angestellte Sinn in seiner Arbeit. Trotz dieser Zahlen steigt die Produktivität insgesamt.

Donnerstag, 30.05.2019, 08:25 Uhr, Autor: Clemens Kriegelstein
Traurige Frau in Bett

Immer mehr Leute kommen vor lauter Job-Frust morgens nicht mal mehr aus dem Bett heraus, wie eine britische Studie jetzt belegt. (© fotolia.com/silverkblack)

In den vergangenen drei Jahren ist die Zufriedenheit am Arbeitsplatz um 20 Prozent gesunken. Die Hälfte der Angestellten kommt morgens nicht einmal mehr aus dem Bett heraus, wie eine aktuelle Studie des britischen Personaldienstleisters Personal Group zeigt. Nur 41 Prozent der Angestellten sehen in ihrer Arbeit einen Sinn. Zum Vergleich: 2018 waren es immerhin 43 und 2017 gar 51 Prozent.

Sukzessive Entwicklung
„In vielen Unternehmen wurden in den letzten Jahren, verstärkt durch die Digitalisierung, unzählige Rationalisierungsprojekte umgesetzt. Der Fokus lag dabei meist auf der Senkung von Kosten bei gleichzeitiger Erhöhung der Produktivität. Nicht selten wurden dann aus zwei Arbeitsstellen nur mehr eine, auch wenn das Arbeitsvolumen eigentlich 1,5 Arbeitskräfte erfordert hätte. Das führt dann zwangsläufig zu einer erhöhten Unzufriedenheit bei den Betroffenen“, erklärt der Trainer und Speaker für Veränderung, Christian Oberleiter, gegenüber pressetext.

Im Jahr 2019 waren 47 Prozent der Umfrageteilnehmer genervt davon, in den Morgenstunden arbeiten zu müssen, während es 2017 nur 36 Prozent waren. Was die Zufriedenheit am Arbeitsplatz anbelangt, so liegen Selbstständige mit 63 Prozent ganz vorn, gefolgt von Vertragsbediensteten mit 53 Prozent und an letzter Stelle Angestellte mit 39 Prozent. 79 Prozent der Befragten können sich im vergangenen Monat an kein Ereignis erinnern, das ihnen ein positiveres Gefühl beim Arbeiten gegeben hätte. 26 Prozent sind fast immer unzufrieden mit ihrer Arbeit.

Produktivität steigt an
Trotz der beunruhigenden Ergebnisse scheint sich die Effektivität der Tätigkeit gesteigert zu haben: 54 Prozent geben an, 2019 vorwiegend produktiv gearbeitet zu haben. 2018 waren es 52 und 2017 entsprechend 51 Prozent. Dieses Ergebnis steht im Widerspruch zur subjektiv empfundenen Zufriedenheit. Alarmierend ist auch, dass nur 52 Prozent der Befragten ihre Arbeit als wichtig und lohnenswert empfinden.

Der Umfrage zufolge steigt die Zufriedenheit am Arbeitsplatz mit zunehmendem Alter. 2019 waren 68 Prozent der Geschäftsführer und Firmeninhaber die meiste Zeit bei der Arbeit glücklich. Bei den Angestellten waren es nur 37 Prozent. Auch der Stolz auf die eigene Tätigkeit nimmt mit dem Alter zu: Im Jahr 2019 sind 62 Prozent der über 50-Jährigen stolz auf ihre geleistete Arbeit, verglichen mit nur 55 Prozent der 18- bis 29-Jährigen. (pte/CK)

 

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