Berufsausbildung

Flüchtlinge als Küchenhelfer

Das Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser will mit einer eigenen Initiative den Arbeitskräftemangel in der Gastronomie bekämpfen.

Donnerstag, 06.02.2020, 13:22 Uhr, Autor: Clemens Kriegelstein
2 arabisch aussehende Männer in einer Küche

Das neue Projekt soll Flüchtlingen oder Migranten den Weg in den Arbeitsmarkt erleichtern und gleichzeitig den Arbeitskräftemangel im Gastgewerbe bekämpfen. (© Fxquadro – stock.adobe.com)

Österreichweit wurden 2019 in der Gastronomie 44.000 Arbeitskräfte gesucht. Der Fachkräftemangel in dieser Branche ist weiterhin aktuell. Es handelt sich um ausgewiesene Mangelberufe. Ein neues Angebot des Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser (KWP) soll helfen dies zu ändern. Ein vom KWP entwickelter Ausbildungsplan nach den Kriterien der WKO und der Berufsschule vermittelt die wichtigsten Lehrlingsausbildungsinhalte in nur einem Jahr. Dadurch soll man auch ohne Lehrabschlussprüfung in kurzer Zeit „jobfit“ sein.

770 Profis als Vorbild

In den insgesamt 30 Hausküchen und 2 Patisserien des KWP arbeiten insgesamt 770 Personen, davon 140 gelernte Köche, 10 Konditoren, 30 Serviceleiter, 525 Küchenhilfen und 65 Lehrlinge. Damit sei das KWP in der Lage eine zielführende und wirkungsvolle Ausbildung in der Arbeitsintegration zu gewährleisten.

Die aktuell 22 Teilnehmer sind zwischen 19 und 51 Jahre alt verfügen über eine Rot-Weiß-Rot-Karte, sind subsidiär Schutzberechtigte, Konventionsflüchtlinge oder Personen in der Grundversorgung mit laufendem Asylverfahren. Sie wurden von KWP, Diakonie, Wiener Hilfswerk, Volkshilfe Wien, Caritas und WITAF Gehörlosendienst vermittelt.

Abschluss mit Arbeitszeugnis

Auf dem Lehrplan stehen Fächer wie Warenkunde, Ernährungslehre, heimische Esskultur oder einige Grundrezepte. Nach Abschluss der Ausbildung sollen alle in der Lage sein, einfache Tätigkeiten in Küche, in Beherbergung, Gastronomie und Betriebsküchen selbstständig zu erledigen. Die Absolventen erhalten ein Abschlusszeugnis über Praxis und Theorie in der Großküche. Nach erfolgreicher Beendigung der Ausbildungen haben die Teilnehmer die Möglichkeit im KWP zu arbeiten.

Petra Draxl, Chefin des Wiener Arbeitsmarktservices (AMS), betonte bei der Präsentation dieser Initiative, dass gerade die Systemgastronomie einen guten, weil nicht allzu komplexen Weg in den Arbeitsmarkt darstelle. Selbst wenn Schutzberechtigte oder Asylwerber letztendlich einen negativen Bescheid erhalten sollten, hätten sie mit dieser Grundausbildung auch in anderen Ländern eine gute Ausgangsposition.

 

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