Fachkräftemangel

„Der Restart muss als Reset wahrgenommen werden“

Durch den Lockdown im Zuge der Corona-Pandemie hat der Ruf der Gastronomie als „krisensicherer Arbeitsplatz“ gelitten. ETL Adhoga-Leiter Erich Nagl plädiert daher für einen umfassenden „Reset“, um den Job im Gastgewerbe wieder attraktiv zu gestalten.

Mittwoch, 28.07.2021, 15:36 Uhr, Autor: Natalie Ziebolz
Erich Nagl

Qualifizierte Mitarbeiter aus der Gastronomie sind überall begehrt. Die Branche muss sich jetzt ein Stück weit neu erfinden, meint ETL Adhoga-Leiter Erich Nagl. (Foto: © ETL Adhoga)

Durch den monatelangen „Lockdown“ im Zuge der Corona-Pandemie hat der Ruf der Gastronomie als „krisensicherer Arbeitsplatz“ gelitten. Nun kämpft die Branche beim Neustart mit erheblichen Personalengpässen – ein Problem, dass durch gezielte Abwerbeversuche aus anderen Branchen noch verschärft wird, meint ETL Adhoga-Leiter Erich Nagl. Der Branchenexperte plädiert für einen umfassenden „Reset“, um den Job im Gastgewerbe wieder attraktiv zu gestalten.

Start-up werben Mitarbeiter ab

In der ersten Folge der neuen ETL Adhoga Interview-Reihe „Auf einen Espresso mit Erich Nagl. Aktuelle Trends und Herausforderungen für Hotellerie und Gastronomie“ äußert der ADHOGA-Leiter seine Befürchtungen angesichts eines verschärften Konkurrenzkampfes um Fachkräfte auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Es bereite ihm Sorgen, wenn beispielsweise Start-ups aus dem Tech-Bereich versuchen würden, Mitarbeiter aus der Gastronomie zu Vertriebsmitarbeitern zu machen. „Wer in der Gastronomie beschäftigt ist, ist arbeiten gewöhnt“, so Nagl. „Zumal Menschen aus dem Gastronomie-Bereich mit anderen Menschen umgehen können!“ Es dürfe also nicht verwundern, dass andere Branchen nun „fette Beute“ wittern.

Nagl ist jedoch zuversichtlich, dass der krisenfeste Ruf der Gastronomie nicht nachhaltig beschädigt ist. Zwar habe sich die allgemeine Wahrnehmung seit der Corona-Pandemie etwas verschoben, gleichwohl hält er das Gastgewerbe für relativ krisensicher. „Solche Situationen haben auch andere Branchen schon getroffen, man denke nur an die Solarproduktion. Da sind Jobs dauerhaft weggefallen. Das ist im Gastgewerbe zum Glück nicht der Fall.“

Branche muss sich weiterentwickeln

Dennoch stehe die Branche nun unter Zugzwang. Ein „Weiter so“ dürfe es nicht mehr geben, das habe die Corona-Krise gezeigt. „Wir müssen konkret darüber nachdenken, wie sich das Gastgewerbe als Branche weiterentwickeln kann, um auch in Zukunft als attraktiver Arbeitgeber bestehen zu können. Der Restart muss als Reset wahrgenommen und umgesetzt werden“, sagt Nagl mit Blick auf die bevorstehenden Aufgaben in Sachen Mitarbeiterbindung, Personal, Digitalisierung, Angebotspolitik und einem steigenden Wettbewerb. Er sei jedoch überzeugt davon, „dass das Miteinander und die gegenseitige Wertschätzung in der Krise enorm gestiegen sind – sowohl zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer als auch von Seiten der Gäste. Das könnte ein Beitrag sein, den Arbeitsplatz in der Gastronomie und Hotellerie wieder attraktiver zu machen.“

Das vollständige Interview mit Adhoga-Leiter Erich Nagl lesen Sie hier.

(ETL Adhoga/NZ)

 

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