Inhaber der Alten Rebschule

Brandbrief zum Personalmangel

Der Personalmangel in Gastronomie und Hotellerie hat sich in den vergangenen Monaten verschärft. Stephan Hafer, Inhaber der Alten Rebschule, hat sich daher in einem Brandbrief an Politik und Institutionen gewandt.

Freitag, 03.09.2021, 09:28 Uhr, Autor: Natalie Ziebolz
Junge Damen vom Housekeeping schüttelt die Kissen auf

Das Wohlfühlhotel Alte Rebschule schlägt Kooperation mit Kenia vor, um den Fachkräftemangel entgegenzuwirken. (Foto: © polack – stock.adobe.com)

Mit einem Brandbrief hat sich Stephan Hafen, Inhaber der Alten Rebschule, an Politik, Parteien und Institutionen gewandt. Der Hotelier spricht darin den Personalmangel in Hotellerie und Gastronomie an: „Personalmangel in Hotellerie und Gastronomie ist nichts Neues, durch Corona hat sich die Lage allerdings dramatisch verschärft“, erläutert Hafen die aktuelle Situation. „Schließungen und Stilllegungen drohen, es fehlen Mitarbeiter in Küche, Housekeeping und Service (sowohl ausgebildete als auch ungelernte Kräfte.“ Dennoch wolle die Bundesregierung den Zuzug ausländischer Arbeitskräfte nicht erleichtern. „Und wenn, dann sollen Kräfte aus der EU – etwa aus Polen, Rumänien oder Tschechien – angeworben werden“, kritisiert Hafer und verweist darauf, dass auch in diesen Ländern der Arbeitskräftemarkt leergefegt ist: „Große Unternehmen zahlen bereits hohe Kopfprämien für Rückkehrer aus Deutschland.“

Lösungsvorschlag: Fachkräfte aus Afrika

„Auf der anderen Seite bekommen Fachkräfte aus Afrika kein Arbeitsvisum. Die Begründung: die nicht gleich geartete Ausbildung, fremder Kulturkreis, weite Anreise etc“, so Hafen weiter. Dabei gäbe es hier bereits bewährte Lösungswege:

  1. Auszubildende aus Kenia: Am „Mombasa Aviation Training Institute“ lernen kenianische Schüler die Grundlagen in Küche, Housekeeping, Service und Rezeption und können sich anschließend für einen Ausbildungsberuf in diesen Bereichen entscheiden. Die bewerben sich dann um einen Ausbildungsplatz in
    Stephan Hafen und die angehende Hotelfachfrau Roselyne Siomiti Salee
    Stephan Hafen, Inhaber der Alten Rebschule und die angehende Hotelfachfrau Roselyne Siomiti Salee in Kenia beim Vorstellungsgespräch. (Foto: © Alte Rebschule)

    Deutschland und erhalten bereits in Kenia einenvierwöchigen Intensivsprachkurs. Voraussetzung sei jedoch, dass Arbeitgeber in Deutschland „etwas Geld in die Hand nehmen, etwa für Sprachkurse sowie Einreise- und Arbeitsdokumente.“ Außerdem brauche es einen durch die IHK bestätigen Ausbildungsvertrag sowie eine persönliche Einladung.

  2. Einstellung von kenianischen Fachkräften: Im „Kenya Utalii College Training Institute“, Mitglied der Hotelfachschul-Organisation EUHOFA, werden Köche ausgebildet. Dabei können sie bereits unterschiedliche Landesküchen ausprobieren. „Geeignete praxiserfahrene Köche könnten nach Deutschland kommen, um hier ihr Wissen zu erweitern.“

„Wir haben in der Alten Rebschule bereits sechs junge Menschen aus Kenia als Köchin beziehungsweise Koch ausgebildet, inklusive bestandener Ausbildungsprüfung“, erklärt Hafen. Der Hotelier besucht das Land bereits seit 30 Jahren. Daher stellt er sich auch gerne als „kundiger Kenia-Partner“ zur Verfügung. Seine Devise: „Nicht betteln, sondern nach gemeinsamen Lösungen suchen.“

(Alte Rebschule/NZ)

 

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