Personalmangel

Köche und Kellner gesucht

Hotels und Restaurants erleben wieder bessere Zeiten. Dennoch fehlt jetzt Personal – vor allem Köche und Aushilfskräfte im Service. Das bekommen auch die Gäste zu spüren.

Montag, 16.08.2021, 11:13 Uhr, Autor: Martina Kalus
Köche beim Zubereiten der Speisen

Vor allem Köche sind derzeit gefragt. (Foto: © iStockphoto)

Nach monatelangen Lockdowns machen dem Gastgewerbe fehlende Fachkräfte zu schaffen, da viele in der Corona-Krise die Branche gewechselt haben. „Grob gesagt haben uns 85 Prozent der Beschäftigten in der Pandemie die Treue gehalten, und 15 Prozent haben sich nach Jobs in anderen Bereichen umgesehen“, sagte Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, der Deutschen Presse-Agentur.

Fachkräftemangel auch für Gäste spürbar

Konkret habe das Gastgewerbe im Mai 2021 rund 162.000 sozialversicherungspflichtige Jobs weniger gezählt als im Mai 2019 vor der Krise. Darunter fielen Köche, Kellner und Hotelfachleute. Der Fachkräftemangel im Gastgewerbe mit seinen rund 1,8 Millionen Beschäftigten sei auch für Gäste spürbar. „Manche Restaurants haben Mittagstische eingestellt oder öffnen erst am frühen Abend, weil ihnen Mitarbeiter fehlen“, sagte Hartges. „Andere haben zwangsläufig Ruhetage einführt.“ Gerade Köche, die schon vor der Pandemie gefragt gewesen seien, würden nun gesucht, aber auch Aushilfskräfte im Service. „Nur mit Minijobbern lässt sich die Lücke nicht füllen.“

Einbruch auf dem Ausbildungsmarkt

Der Fachkräftemangel droht sich zu verschärfen, da die Krise 2020 zu einem historischen Einbruch auf dem Ausbildungsmarkt führte. Insbesondere im Gastgewerbe wurden viel weniger neue Azubi-Verträge abgeschlossen, wie das Statistische Bundesamt errechnete. Demnach gab es bei Tourismuskaufleuten einen Rückgang um 61,1 Prozent. Bei Hotelfachleuten betrug der Rückgang 31 Prozent und bei Köchen fast 20 Prozent. In der Summe macht das allein in diesen drei Berufen eine Lücke von gut 5.000 neuen Lehrlingen.

Gemeldete Lehrstellen unter Vorjahreswert

Hartges sagte, die Politik müsse bei jungen Menschen mehr für die duale Ausbildung werben. Durch die „Glorifizierung“ von Bachelor und Master hätten sich viele für ein Studium entschieden, bei denen sich nachher herausstelle, dass dies nicht der beste Weg in eine erfolgreiche berufliche Zukunft sei. Die Zahl der gemeldeten Lehrstellen in der Branche habe Ende Juli 13,5 Prozent unter dem Vorjahreswert gelegen und die der gemeldeten Bewerber 18 Prozent darunter, so der Dehoga. Der Verband beruft sich dabei auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.

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(dpa/MK)

 

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