IHK Ausbildungsumfrage

„Fachkräftemangel verstärkt sich selbst“

Junge Köche in einer Küche
Für den Fachkräftemangel ist nicht unbedingt nur das fehlende Interesse am Beruf verantwortlich, wie nun eine große Umfrage der IHK gezeigt hat.
Die IHK  hat mehr als 1.300 Unternehmen nach deren Azubi-Situation befragt und ist auf neue Erkenntnisse gestoßen. So kann vor allem in der Gastrobranche der Fachkräftemangel zu einem Teufelskreis führen, der für noch weniger Azubis sorgt.
Donnerstag, 22.08.2019, 16:01 Uhr, Autor: Thomas Hack

Der Onlineplattform haufe.de zufolge hat die IHK Niedersachsen ihre diesjährige Ausbildungsumfrage vorgestellt und ist zu interessanten Erkenntnissen gelangt, was den Fachkräftemangel – insbesondere im Gastgewerbe – anbelangt. So kann eine sinkende Zahl von Azubis schnell einen Teufelskreis auslösen: Je kleiner die Klassen der Berufsschule werden, desto mehr Institutionen werden schlichtweg zusammengelegt. Die Folge: Ein potenzieller Azubi müsste immer größere Wegstrecken zurücklegen und entscheidet sich aus diesem Grunde nicht selten, die angestrebte Ausbildung doch sein zu lassen – was die Klassen schließlich weiter verkleinert. Im Bereich des Gastgewerbes ist dieser Effekt noch stärker ausgeprägt, da in dieser Branche die Mobilität offensichtlich ganz besonders gering ist, so jedenfalls ein Ergebnis der Studie. Dem Bericht zufolge haben 20 Prozent aller befragten Unternehmen angegeben, dass schwierig zu erreichende Berufsschulen zu weniger Azubis in ihren eigenen Unternehmen führen würden.

IT-Kompetenz wichtiger als Kommunikationsfähigkeit?

Knapp 40 Prozent aller Unternehmen sehen Berufsschulwege bis 20 Kilometer als zumutbar an, doch weichen die Zahlen in der Gastrobranche von diesem Mittelweg erheblich ab: Da dort die Azubis eine geringere Mobilität an den Tag legen würden, betrage für Gastronomie-Ausbilder die zumutbare Wegstrecke gerade mal die Hälfte, also 10 Kilometer. Desweiteren kam in der Umfrage zutage, dass  ganze 97 Prozent aller Unternehmen die Berufsbilder noch immer relativ zeitgemäß empfinden und weder Überarbeitungen der Ausbildungsberufe noch neue Berufe notwendig wären. Immer wichtiger würden jedoch die IT-Kompetenzen des Berufsschülers sein (78 Prozent), während Selbständigkeit wie auch Kommunikationsfähigkeit nur für gut 50 Prozent der Ausbildungsbetriebe entscheidend seien. Während insgesamt rund 30 Prozent aller befragten Unternehmen eigenen Angaben zufolge mit Azubis unterbesetzt sind, gaben in der Gastronomiebranche ganze 63 Prozent einen Azubimangel an. (haufe.de/TH)

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