Fehlende Fachkräfte

Schweizer Hoteliers setzen auf ältere Arbeitslose

Um dem Personalmangel in der Branche entgegenzuwirken, sollen vermehrt Quereinsteiger eingestellt werden. Der Schweizer Verband Hotellerie Suisse lanciert dazu nun ein Pilotprojekt.

Donnerstag, 27.02.2020, 11:13 Uhr, Autor: Kristina Presser
Älterer Mann, der in einem Restaurant oder Café arbeitet und den Tisch deckt

Mitarbeitende, die älter als 50 Jahre sind, sowie Quereinsteiger aus anderen Branchen sollen zu neuen Fachkräften in der Hotellerie ausgebildet werden. (Foto: ©Yaroslav Astakhov/stock.adobe.com)

Es fehlt Personal an allen Ecken und Enden in der Hotellerie und Gastronomie – und die Lage spitzt sich zu. Der Schweizer Hotelier Ernst Wyrsch (58), der 15 Jahre das Steigenberger Belvédère in Davos GR führte und heute als Dozent und Experte an der St. Galler Business School tätig ist, teilte jüngst im Schweizer Nachrichtenportal BLICK seinen Lösungsvorschlag: „Wir müssen über 50-jährige, die ihren Job infolge Umstrukturierungen verlieren, für die Gastronomie umschulen.“ – „Wir können sie zu Kellnern, Köchen, Rezeptionisten oder sogar Hoteldirektoren ausbilden.“ Die Gastronomie sei neben dem Gesundheitswesen und der IT-Branche eine der am stärksten wachsenden Branchen, müsse jedoch attraktiver werden und sich besser verkaufen. „Hier können wir solche Leute gut gebrauchen.“ Auch der Verband Hotellerie Suisse hat dies inzwischen erkannt und das Projekt „Quereinsteiger in der Hotellerie“ angestoßen.

Wie BLICK weiter berichtet, sei das Ziel, im Rahmen des Projektes potenzielle Quereinsteiger auf die Branche aufmerksam zu machen und Interessierte entsprechend für die unterschiedlichen Berufe darin auszubilden. Angesprochen könnten sich demnach über 50-jährige Arbeitslose fühlen, „Silver-Ager“, die bereit für eine Umschulung sind. Außerdem Langzeitarbeitslose aus anderen Berufssparten, Mütter, die ihren Wiedereinstieg in den Beruf planen, jedoch nicht mehr in ihren alten zurückkehren möchten, oder Selbstständige, die in ein Angestelltenverhältnis wechseln möchten.

Renommierte Schweizer Hotels beteiligen sich

Dr. Ueli Schneider, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter des Bereichs Bildung von Hotellerie Suisse: „Die heutige Gesellschaft kennt klassische Karrierewege immer weniger.“ – „In der Hotellerie wollen wir denen eine Chance bieten, die sich aktiv verändern wollen, egal, an welchem Punkt in ihrer Laufbahn.“

Je nach Beruf würden nun für die verschiedenen Personengruppen spezielle Ausbildungsangebote geschaffen werden. Damit sollen die Quereinsteiger fit gemacht werden für den Einsatz in der Küche, im Service oder an der Rezeption. In Zusammenarbeit mit dem Regionalverband Zürich startet das Pilotprojekt voraussichtlich im August 2020, wie es auf der Verbandsseite heißt. Und die Resonanz renommierter Häuser ließ nicht lange auf sich warten: Wie BLICK angibt, hätte zum Beispiel das Dolder Grand, das Mercure Hotel Stoller oder das Marina Lachen bereits einer Teilnahme am Projekt zugesagt.

 

Zurück zur Startseite

Weitere Themen