Nachhaltigkeit

Ausbildungsprojekt zur Abfallvermeidung

ARA und BOKU starten eine neue Initiative an drei österreichischen Tourismusschulen. Für die Betriebe gibt es ihrer Meinung nach hohes Einsparungspotential.

Freitag, 17.11.2017, 11:09 Uhr, Autor: Clemens Kriegelstein
Arbeiter in Großküche

Gerade in Großküchen ist das Einsparungspotential beim Thema Abfall oft enorm. (© Pixabay)

In Österreichs Gastronomie und Hotellerie fallen jährlich 175.000 Tonnen Lebensmittelabfälle an. Ein nicht unwesentlicher Teil davon wäre vermeidbar. Mit einem Ausbildungsprojekt an drei Tourismusschulen wollen die Altstoff Recycling Austria AG (ARA) und die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) das Thema Abfallvermeidung nun in die Ausbildung integrieren. Künftige Hotelmanager und Gastronomen sollen dadurch ihre Betriebe ressourcenschonend führen lernen. Denn in den Lehrplänen der österreichischen Tourismusschulen wurde die Vermeidung von Lebensmittelabfällen bisher nur als Randthema behandelt. „Die Schülern haben es später als Verantwortliche in der Hand, in den Betrieben das Bewusstsein für richtigen Umgang mit Ressourcen zu schaffen und das Abfallaufkommen in Gastronomie und Hotellerie zu senken. Gerade Lebensmittel sind einfach zu kostbar um sie zu verschwenden“, erklärt Projektinitiator ARA Vorstand Christoph Scharff die Initiative, die langfristig Umwelt, Wirtschaft und Gäste gleichermaßen entlasten soll.

Warenwert von rund 320 Millionen Euro
„Österreichweit entstehen in der Gastronomie pro Jahr 175.000 Tonnen Lebensmittelabfälle mit einem durchschnittlichen Warenwert von rund 320 Millionen Euro. Hier gibt es ein enormes Einsparungspotenzial“, verweist Gudrun Obersteiner von der BOKU auf wissenschaftliche Studien. Von den jährlich vermeidbaren Lebensmittelabfällen aus Küchenbetrieben entfallen rund 45.000 Tonnen auf die Gastronomie, 50.000 Tonnen auf die Beherbergung, 61.000 Tonnen auf Gemeinschaftsverpflegung wie z.B. Betriebskantinen sowie 19.000 auf sonstige Betrieben wie z.B. Kaffeehäuser.

Gemeinsam mit Direktoren und Lehrern der drei Pilotschulen wurden Lehrinhalte zum Thema Lebensmittelabfallvermeidung vorbereitet, die derzeit im praktischen Unterricht verankert und im Rahmen des Unterrichtsgegenstandes „Küchenführung und Organisation“ getestet werden. Gudrun Obersteiner erklärt: „Herzstück unserer Arbeit ist ein Impulsfilm, bei dem Persönlichkeiten aus Gastronomie und Hotellerie zu Wort kommen. Unter anderem sprechen die Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung und Chefin des Boutiquehotels Stadthalle Michaela Reitterer sowie der Steirereck-Chef Heinz Reitbauer über ihre Strategien zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen.“ (CK)

 

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