Sauber soll es sein

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Smart und sauber soll es sein

von Eva Schiwarth
Sonntag, 04.03.2018
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Bäder in Hotels und Sanitäranlagen in der Gastronomie werden im Schnitt alle zehn Jahre renoviert. Häufig müssen Technik und Aussehen sogar noch viel länger durchhalten. Denn die Sanierung von Sanitärräumen ist ein kostspieliges und logistisch anspruchsvolles Unterfangen, das gern so lange wie möglich hinausgezögert wird. Doch irgendwann ist es Zeit, den schimmeligen Silikonfugen, der klapprigen Duschabtrennung, der engen Dusche und dem aus der Mode gekommenen Waschbecken zu Leibe zu rücken.

Mehrwert für den Gast

Eine gute Renovierung stellt dabei nicht nur den Status quo wieder her, sondern schafft einen Mehrwert für den Gast, zeigt ihm etwas, was er von Daheim vielleicht noch nicht kennt. »Alles, was das Bad komfortabler macht und für mehr Entspannung sorgt, erhöht die Zufriedenheit der Gäste. Wenn ein Hotel die Erwartungen übertrifft, sorgt das häufig sogar dafür, dass das Haus weiterempfohlen wird«, meint Norbert Steffens, Key Account Manager Hotel bei Geberit. So kann ein großzügiger Duschbereich mit einer Walk-in-Dusche den Besucher überraschen und begeistern. Denn häufig rechnet er in Hotels noch mit einer Badewannendusche oder einer engen Duschkabine. Auch ein Dusch-WC, welches auf Knopfdruck den Po mit einem sanften Wasserstrahl reinigt und trocken föhnt, ist ein Plus, das dem Restaurantgast möglicherweise positiv auffällt.

Kein Hotelbad von der Stange

Pfiffig gestaltete Sanitärbereiche in der Gastronomie, ein komfortables Badezimmer im Hotel, das sind heute wichtige Aushängeschilder. Die Räume tragen das Konzept eines Hauses mit. »Unterscheidbarkeit wird immer wichtiger, hier zeigt sich die Handschrift des Hauses«, ist Michael Auer, verantwortlich für den Bereich Hotel Bad und Wellness bei Villeroy & Boch, sicher. Dafür bedarf es Lösungen, die sich von der Masse abheben oder speziell auf die Gegebenheiten vor Ort zugeschnitten sind. Das gelingt zum einen durch hochwertiges ­Design und entsprechende Materialien und zum anderen durch Anpassungsmöglichkeiten und maßgeschneiderte Lösungen – wie spezielle Dekore, Farben und Logos, individuell zugeschnittene Duschen und Waschtische.

Reinigungsfreundlichkeit

Doch modernes Design ist nicht alles. Bei der Planung ist die künftige Reinigungsfreundlichkeit nicht außer Acht zu lassen. Möglichst fugenlose, flächen- oder wandbündige Installationen und Einbauten ohne Nischen und verborgene Stellen erleichtern dem Reinigungspersonal die Arbeit. Pflegeleichtes Material kommt heute ohne Spezialreiniger aus, inzwischen gibt es sogar antibakterielle und pilzhemmende Oberflächen, zum Beispiel für Toilettensitze und Keramik. Ein gut geplantes Bad kann so enorme Reinigungszeit und Reinigungsmittel sparen und dadurch auf lange Sicht Kosten reduzieren.

Zeitlose und langlebige Lösungen

Langlebigkeit garantieren hochwertig verarbeitete Produkte vor allem bei den verborgenen Installationen hinter der Wand. Grundsätzlich sind robuste, reparaturfreundliche Materialien und ein zeitloses, schlichtes Design ohne gestalterische Kapriolen empfehlenswert. In stark frequentierten Gästetoiletten der Restaurants spielt zudem die Vandalismus-Resistenz eine große Rolle.

Pflichtenheft für die Sanierung

  • Komplettumbau oder Facelift?

    Eine Komplettrenovierung ist nötig, wenn Trinkwasserleitungen veraltet oder defekt, Abwasserrohre undicht sind. Bei einer umfassenden Bestandsaufnahme sollte ein Fachmann prüfen, welche Maßnahmen zwingend nötig sind, denn davon hängt ab, wie lange die Arbeiten dauern und wie viel Geld sie verschlingen. Wenn die Leitungen intakt sind, genügt der Austausch der Komponenten vor der Wand. Zum kostengünstigeren Facelift sollten ein neuer Waschtisch mit Armatur, ein Spiegel mit integriertem Licht und viel Ablagefläche gehören. In die Jahre gekommene Toilettenschüsseln machen Platz für moderne WC-Keramik, die leichter zu reinigen ist. Komplette Sanitärmodule sparen Zeit beim Einbau und können individuell designt werden.

  • Renovierung im laufenden Betrieb?

    Schmutz und Lärm sind für Hotelgäste ein Horror, Hoteliers fürchten sich vor Umsatzeinbußen. Ein Umbau sollte in der Zeit durchgeführt werden, in der das Haus nicht so stark frequentiert ist, ein etagenweiser Umbau ist für den reibungslosen Bauablauf meist günstiger. Wichtig sind eine detaillierte Planung und ein genauer Bauzeitenplan. Komplexe Umbaumaßnahmen sind nichts für den Klempner von nebenan, sondern gehören in die Hände von spezialisierten Handwerksbetrieben, die Erfahrungen im Hotelbereich haben.

  • Brandschutz

    Bei der Modernisierung von Sanitärräumen werden Brandschutzvorgaben relevant, wenn Wände und Decken durchbrochen werden. Diese Eingriffe in den Gebäudebestand müssen abgeschottet werden. Ob Bestandsschutz herrscht, muss der Handwerksbetrieb klären, damit es während der Arbeiten oder danach nicht zu bösen Überraschungen kommt.

  • Schallschutz

    Badgeräusche können Gäste (auch die im Nachbarzimmer) massiv stören. Welche Schallpegel haustechnische Anlagen und Installationen erreichen dürfen, ist in der DIN 4109 definiert – sowohl Mindestanforderungen als auch Vorgaben für erhöhten Schallschutz. Zum Einsatz kommen im Sanitärbereich schalldämmende Materialien und Systeme, bei denen die Komponenten aufeinander abgestimmt sind.

  • Trinkwasserhygiene

    Zum Schutz vor Keimen müssen Trinkwasserleitungen regelmäßig durchgespült werden. Wenn jedoch Zimmer tageweise oder länger leer stehen, kann das Wasser vor allem in Häusern mit älteren Installationen verunreinigt werden. Für eine hygienisch einwandfreie Trinkwasserinstallation müssen nicht unbedingt sämtliche Rohrleitungen erneuert werden. Hygienespülungen und nachrüstbare Armaturen sorgen in voreingestellten Intervallen automatisch für Frischwassernachschub.

  • Barrierefreiheit

    Barrierefreie oder -arme Zimmer werden nicht nur von körperlich beeinträchtigten Menschen gebucht, auch ältere Gäste und Familien schätzen Bewegungsfreiheit. Es muss nicht gleich das rollstuhlgerechte Bad sein – für Komfort sorgen schwellenlose Zugänge zum Bad und zur Dusche, Waschtische, die auch im Sitzen nutzbar sind, und leicht zugängliche Armaturen.

Der Original-Text aus dem Magazin wurde für die Online-Version evtl. gekürzt bzw. angepasst.
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