Die Wäsche machts
Foto: Hotelwäsche Erwin Müller

DIE WÄSCHE MACHT’S!

von Heiner Anwander
Donnerstag, 17.01.2019
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Welche Faktoren für Schlafkomfort und Wohlbefinden entscheidend sind

Es gibt Momente, an die denken manche Hotelgäste noch Jahre zurück: die heiße Dusche nach der langen anstrengenden Anreise. Eingehüllt in einen flauschigen Bademantel will man nur eins: ab ins Bett! Und dann ist es da, dieses ganz besondere Bettgefühl: Die Matratze – nicht zu weich, nicht zu fest – ist mit einem Topper aufgetunt, der einen wie auf einer Wolke liegen lässt. Die Bettwäsche duftet ganz leicht nach Sauberkeit, sie ist glatt und gleichzeitig weich, sie raschelt leise – und streichelt die Haut. Und dann gibt es nur noch eins: schlafen …

»Das ideale Hotelbett – das gibt es leider nicht. Dazu sind die Menschen, die im Hotel übernachten, viel zu unterschiedlich, haben zu verschiedene Vorlieben und Bedürfnisse«, so Ingo Bittmann, Vertriebsleiter beim Hotelwäsche-Hersteller Wäschekrone. Allerdings kann man dem idealen Bett ziemlich nahekommen – und sollte es auch. Denn es wird zwar von vielen Orten und Dingen im Hotel behauptet, die Visitenkarte des Hauses zu sein – das Hotelbett ist eine entscheidende. Tatsache ist nun einmal: Die meiste Zeit des Aufenthaltes verbringt der Gast im Bett, er bucht das Zimmer zum Übernachten. Fühlt er sich im Bett nicht wohl oder schläft er schlecht, verbindet er den Namen des Hotels später wahrscheinlich immer wieder mit der wenig erholsamen Nacht.

Weiß in Varianten

Das, was der Hotelgast als Erstes wahrnimmt, ist natürlich die Bettwäsche. Zu 80 Prozent ist diese in Hotels auch heute noch klassisch weiß. Denn Weiß ist der Inbegriff von Frische, Hygiene und Sauberkeit. Breite Stehsäume oder Lochstickereien am Kopfkissen, farbig abgesetzte Flachzierstiche, eingewebte Weiß-in-Weiß-Muster sind dezente Spielarten beim Wäscheweiß. Daneben werden Hotelbetten mittlerweile auch in angesagten Natur- und Steintönen oder zarten Pastellfarben bezogen. Kombiniert mit weißen Kopfkissen ergibt das ein besonders edles und puristisches Bild. Für mehr Farbe sorgen auf die Zimmereinrichtung abgestimmte kleine Dekokissen und Bettläufer. Diese nehmen das Design des Zimmers auf und spiegeln den Stil des Hauses wider: klassisch oder puristisch, spielerisch bunt oder ganz natürlich.

Frottierwaren mögen’s bunt

Während für Bettwäsche die Farbe Weiß dominiert, darf es bei den Frottierwaren im Gästebad und Wellnessbereich mittlerweile farbenfroher zugehen: Vor allem Naturtöne, zum Beispiel Sand, Taupe, Grau oder Grünschattierungen, sind angesagt und schmeicheln nicht nur der Haut, sondern auch dem Auge. Eine Portion Luxus ins Bad bringen Textilien mit Ton-in-Ton-Mustern als Karos oder Rauten und Ornamente in 3-D-Optik.

Qualität und Pflege entscheiden

Hand-, Dusch- und Saunatücher werden bei häufiger Benutzung und durch fast tägliches Waschen stark strapaziert. »Trotzdem stellt der Hotelgast hohe Ansprüche an Bettwäsche und Frottierwaren. Er möchte sich in seinem Hotelzimmer rundum wohlfühlen, und dazu gehört auch eine sehr gute Qualität der Bettwäsche, Hand- und Badetücher. Dabei spielen Optik wie Haptik prägnante Rollen«, meint Boris Steinhagen, Geschäftsführer von Hotelwäsche Erwin Müller. Die Qualität der Textilien zeige sich in der Stärke der verwendeten Garne, der Grammatur, Saugkraft, in doppelt gesäumten Nähten und einlaufsicheren Bordüren.

Darüber hinaus sollte die Frottierware besonders strapazierfähig, form- und farbbeständig sein und sich leicht und hygienisch reinigen lassen. Die hohe Saugkraft bleibt erhalten, wenn auf Weichspüler verzichtet wird. Ein Gang durch den Trockner lässt Bademäntel, Hand- und Duschtücher lange flauschig bleiben.

Beim Thema Wäschepflege zeigt sich am Ende, wie wichtig dem Hotel das Wohlbefinden der Gäste wirklich ist. Bettwäsche und Badtextilien dürfen nicht nur als Kostenfaktor, das liebevolle Herrichten von Bett und Bad nicht nur unter dem Gesichtspunkt Zeit gesehen werden. Denn das spürt der Hotelgast, wenn er sich abends mit einer gewissen Vorfreude auf das Bett fallen lässt.

Barefoot Hotel Nikolaj Georgiew
Foto: Barefoot Hotel Nikolaj Georgiew

Lässig, unkompliziert und natürlich: Im Barefoot Hotel Timmendorfer Strand schlafen die Gäste in weißer Leinenbettwäsche. Das »Ungebügelte« ist kein Fehler von Wäscherei oder Zimmerservice, sondern gehört bei Leinen so.

Beaumont und Brown
Foto: Beaumont & Brown

Es muss nicht immer Weiß sein: Bettwäsche in Creme, Grau oder hellen Braun- und Blautönen kombiniert mit Weiß geben dem ganzen Zimmer eine edle, beruhigende Atmosphäre.


Hotelwäsche Erwin Müller
Foto: Hotelwäsche Erwin Müller

Bunt gestapelt: Die Frottier-Serie Balance mit attraktiver Plissée-Bordüre beinhaltet Viskose, die aus Bambus gewonnen wird. Die Handtücher haben dadurch einen seidigen Glanz, samtigen Griff und fließenden Fall. Darüber hinaus nehmen sie besonders viel Wasser auf.


Wäsche- und Materiallexikon: Was ist was?

Baumwolle
Die Faser wird aus den Samenumhüllungen der Pflanze gewonnen, zu Fäden gesponnen. Je länger die Fasern, desto hochwertiger sind die Gewebe. Die besten Qualitäten kommen unter anderem aus Ägypten und Peru.
Eigenschaften: hautfreundlich, atmungsaktiv, sehr strapazierfähig, reißfest, hitzebeständig, sehr gute Feuchtigkeitsaufnahme, trocknet vergleichsweise langsam.
Einsatzgebiete: optimaler Ausgangsstoff für Bettwaren, Badetextilien, Bademäntel.

Tencel
Markenname für aus Holz (z.B. Buche, Eukalyptus) hergestellte Zellulosefasern.
Eigenschaften: hohe Feuchtigkeitsaufnahme und -ableitung, atmungsaktiv, kühlend, glatte Struktur, hohes Gewicht, deshalb häufig in Mischgeweben mit Polyester kombiniert.
Einsatzgebiete: vor allem für Füllungen für Decken und Matratzenauflagen.

Leinen
Naturfaser, die aus der Flachsfaser gewonnen wird.
Eigenschaften: robust und reißfest, saugfähig, fusselfrei, allergikerfreundlich, kühlend, antistatisch und antibakteriell, knittert natürlich, geringe Scheuerfestigkeit, sollte noch restfeucht gebügelt werden.
Einsatz: Bettwäsche, Dekostoffe für Kissen, Vorhänge, Geschirrtücher.

Microfaser
Sehr feine Synthetikfaser, meist aus Polyester.
Eigenschaften: atmungsaktiv, trocknet schnell, sehr leicht, knittert nicht.
Einsatz: pur oder in Mischgeweben für Einziehdecken, Kissen und Matratzenbezüge, im Privatbereich auch für Bettwäsche, Sportbekleidung.

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