10 Fragen an Hannah Gharib
Hotel-Frühstück um 13 Uhr ist für mich der Jackpot
von Sebastian BütowVor der gebürtigen Rheinländerin gibt es 2026 kein Entkommen im TV. So verkörpert sie in der ARD-Produktion „Für Euch“ nach dem gleichnamigen autobiografischen Roman der Journalistin Iris Sayram die Autorin, die sich als junge Frau aus prekären Familienverhältnissen befreite – mit Mut, Willenskraft und Humor. In einem ZDF-Primetime-Krimi spielt Gharib eine Psychologiestudentin, deren Vater (Jan Josef Liefers) als Polizist von seiner Vergangenheit eingeholt wird.
- Ihre Karriere nimmt aktuell richtig Fahrt auf, zuletzt waren Sie in mehreren Hauptrollen zu sehen. Weitere werden folgen, wie in dem ZDF-Krimi „Grenzgänger – In deiner Schuld“, in dem Sie die Tochter von Jan Josef Liefers spielen. Wie aufgeregt sind Sie am Set, wenn Sie zum ersten Mal mit großen Namen vor der Kamera stehen?
Ich bin immer aufgeregt, aber das liebe ich auch an meinem Beruf. Ich freue mich immer auf Dreharbeiten und finde es natürlich super spannend, mit Kollegen zu arbeiten, die schon länger dabei sind. So kann ich unfassbar viel lernen. - Welche Ihrer bisherigen TV-Rollen hat sie am meisten herausgefordert?
Dieses Jahr wird der Film des autobiografischen Buches „Für Euch“ von Iris Sayram (preisgekrönte Journalistin und Anwältin, die ihren Aufstieg trotz schwieriger Herkunft und etlicher Herausforderungen beschreibt, d. Red.) herauskommen und ich durfte sie verkörpern. Ich würde sagen, dass war bis jetzt meine herausforderndste Rolle. Umso aufregender ist es, wenn ich mir vorstelle, dass sich die echte Iris den Film anschauen wird. - Sie sind als einziges Mädchen mit fünf Brüdern in Kerpen (Nordrhein-Westfalen) aufgewachsen. Inwieweit hat Sie das vermeintlich abgehärtet oder Ihnen irgendwie geholfen, um sich im Haifischbecken des Showbiz freizuschwimmen?
Ich habe auf jeden Fall früh gelernt, mich durchzusetzen und mir nicht alles gefallen zu lassen. Aber auch wie wichtig es ist, sich gegenseitig zu haben, sich zu unterstützen und zu pushen. Ich glaube, all diese Eigenschaften sind ziemlich hilfreich. - Gibt es eine Traumrolle, die Sie gerne einmal verkörpern würden, egal ob realistisch oder nicht?
Ich würde gerne einmal in eine ganz andere Zeit eintauchen, in das 15. bis 18. Jahrhundert und vielleicht eine Person spielen, die zu der Zeit als Hexe angesehen wurde. Oder eine Person mit Superkräften im Heute. Wenn ich hier so herumfantasiere, merke ich, dass es noch unheimlich viele Rollen gibt, die ich gerne spielen würde. - Hatten Sie zuletzt ein außergewöhnliches Hotel-Erlebnis? Welches Haus mögen Sie am liebsten und warum?
Ich war mal in einem sehr schicken Hotel und als ich in das Hotelzimmer kam, lief klassische Musik, da habe ich mich sehr fancy gefühlt. Die ersten paar Minuten waren cool, aber dann habe ich den Ausschalter nicht gefunden – dann ging bei mir der Stress los. Ich habe mich wie in einem Film gefühlt, in dem jeden Moment etwas Unerwartetes passieren könnte. Tatsächlich habe ich nicht dieses eine Lieblingshotel, aber im Hamburger „Lindner Hotel“ kann ich sehr gut schlafen. - Wenn Sie selbst ein Hotel eröffnen würden – maßgeschneidert für ausschließlich Ihre persönlichen Vorlieben –, wie dürfen wir uns Ihr Fantasie-Hotel vorstellen? Und an welchem Ort würde es sich befinden?
Das Hotel hätte auf jeden Fall die bequemsten Betten, denn guter Schlaf ist bei mir die halbe Miete. Wenn dann noch ein tolles veganes Frühstück zur Verfügung stünde, dass nicht nur bis 10 Uhr, sondern bis 13 Uhr möglich ist, wäre das der Jackpot. In meinem Hotel würden außerdem rund um die Uhr Yoga- und Pilates-Klassen angeboten werden. Und ich würde mich gegen klassische Musik auf den Zimmern entscheiden. - Welche Küche, welches Gericht, welches Restaurant ist für Sie jeweils das allergrößte?
Ich ernähre mich vegan, deswegen liebe ich zum Beispiel die vietnamesische Küche sehr. Da gibt es in den meisten Städten eine breite Auswahl an Restaurants. Für mich geht nichts über einen guten Hummus mit gutem Olivenöl und warmem Brot. - Fallen Ihnen manchmal Dinge auf, die Ihnen missfallen, wenn Sie zu Gast sind in einem Lokal oder einem Hotel?
Ich selbst habe zehn Jahre Gastro-Erfahrung und blicke dementsprechend etwas weniger streng auf Restaurants und Hotels. Ich schätze die Arbeit sehr. Was mir aber oft auffällt ist, dass mir das Verhalten mancher Gäste nicht gefällt. - Mit welcher berühmten Persönlichkeit würden Sie gerne mal ein paar Drinks an der Hotelbar nehmen und die ganze Nacht quatschen?
Jessie Buckley! Ich habe mich letzte Woche schockverliebt, als ich sie in dem Kinofilm „Hamnet“ gesehen habe. - Das Leben ist zu kurz, um ...
... alles zu überdenken.
