Ein Plädoyer für den Mut Neues zu wagen
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Ein Plädoyer für den Mut, Neues zu wagen

PLONERS Gastro-Kolumne

von Jean-Georges Ploner
Montag, 04.11.2019
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Doch eigentlich stehen andere Branchen nicht besser da, angesichts von großen Pleiten wie aktuell bei Thomas Cook oder Umstruk­turierungsmaßnahmen von Groß­unternehmen, die Tausende den Arbeitsplatz kosten. Ganz zu schweigen von Bonuszahlungen an Vorstände von gescheiterten Unternehmen.

Jede Menge Wirtschaftskraft

Vielleicht sind wir nicht so mächtig und glamourös. Die Mehrzahl der Leistungsträger, insgesamt 223.000 in Hotellerie und Gastronomie, sind klein- und mittelständisch, aber darum nicht weniger wichtig für die regionale Wirtschaft. In Summe haben wir ein gewichtiges Pfund zu bieten: Perspektiven, Verlässlichkeit, Wirtschaftskraft und Standorttreue.

Sind das nicht triftige Gründe, selbstbewusst und deutlich vernehmbar zu sagen, dass wir in einer der besten und sichersten Branchen der Welt arbeiten? Seit neun Jahren boomen Deutschlandtourismus und Hotelbranche und befeuern die Gastronomie vor allem in den Städten und Tourismusdestinationen. Die Aussichten sind gut, dass 2019 erneut Rekordwerte erreicht werden können. Mehr als die Automobilindustrie hält das Gastgewerbe die Menschen in Lohn und Brot: Aktuell sind 1,1 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und rund 1 Million Mini-Jobber in unserer Branche tätig. 223.000 Betriebe in Gastronomie und Hotellerie sind die wesentlichen Leistungsträger für Tourismus und Versorgung der Bevölkerung.

Es muss sich etwas ändern

Was unsere Branche braucht, sind bessere Rahmenbedingungen und Konzepte, um auch den ländlichen Raum verstärkt vom Tourismus profitieren zu lassen und den Veränderungen durch den Klimawandel zu begegnen. Das Gasthaussterben ist nicht allein durch fehlende Mitarbeiter und Nachwuchs begründet. Vielfach fehlt es an Strategien, um Regionen zu vermarkten, oder an der Verkehrsinfrastruktur. Viele Probleme sind hausgemacht, können aber mit integrierten Kräften und sinnvollen Plänen gelöst werden.

Meiner Meinung nach am wichtigsten ist es jedoch, die öffentliche Meinung positiv zu beeinflussen. Wir erleben aktuell beim Thema Klimawandel, wie die junge Generation eine Welle lostritt. Vielleicht brauchen wir für unsere Branche auch eine solche große Geschichte, die uns vereint und an die wir glauben. Und Vorkämpfer, die die Menschen mobilisieren und Hand in Hand mit den bestehenden Organisationen für mehr Anerkennung unserer Branche kämpfen.

Ich glaube fest daran, dass wir solche Menschen in unserer Mitte haben und wir nur die Augen aufmachen müssen, um sie zu finden. Fangen wir jetzt damit an, selbstbewusst, kämpferisch und glaubwürdig für unsere Branche zu kämpfen und dabei neue Wege zu gehen.

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