Neu denken lernen
Foto: Constance Gruber

Neu denken lernen

Auch in Gastronomie und Hotellerie!

von Daniela Müller
Donnerstag, 17.03.2022
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Du kannst ein Problem niemals auf der gleichen Ebene lösen, auf der es entstanden ist!«, sagte einst Albert Einstein. Mit solchen Zitaten erzeugt man in einem Vortrag oder bei einem Meeting im Betrieb durchaus zustimmendes Raunen oder anerkennendes Nicken. Die viel wichtigere Frage ist aber, wer die dahinterliegende Wahrheit tatsächlich versteht und daraus neues Verhalten ableitet. Gerade in Gastronomie und Hotellerie wäre ein wenig »neues Denken« ja höchst erforderlich.

Wir verlernen neues Denken

An Problemen und Herausforderungen fehlt es uns ja nicht – und das übrigens nicht erst seit Corona. Mitarbeitermangel, steigende Energiekosten, Veränderungen der Arbeitsbedingungen usw. All diese Punkte erfordern neues Denken. Das Problem ist nicht, dass wir Menschen das nicht könnten. Ganz im Gegenteil! Wir sind sogar »wie gemacht« für neue Lösungen. Viele Menschen verlernen das aber irgendwann. Jedes Kind zeigt auf, dass Kreativität und Innovationskraft als nahezu unerschöpfliche Ressource in uns angelegt sind. In unserem Heranwachsen passiert dann aber etwas sehr Einschneidendes: Wir werden NORMAL!

Frank Simmeth ist selbstständiger Trainer für den Mittelstand und entwickelt seit 2020 den Weiterbildungskanal Webiflix. 

Wir lernen schon in der Schule, dass uns konvergentes Denken erfolgreich macht. Konvergent bedeutet in diesem Fall, dass Gedanken übereinstimmend und passend sind. Kurzes Gedankenspiel. Wenn ich Sie jetzt z. B. fragen würde, wie »guter Service« geht, werden Sie vermutlich mit einer Aufzählung antworten: Wünsche von den Augen ablesen, gute Beratung, höflicher Umgang, zuvorkommendes Verhalten usw. Alle Punkte dieser Aufzählung sind zwar richtig, aber eben konvergent. Das Problem an dieser Aufzählung ist, dass wenig Innovationskraft enthalten ist. Mit anderen Worten: Daraus entstehen keine neuen Lösungen und Ideen.

Störern Bedeutung beimessen!

Wir haben nämlich gelernt, dass wir alle divergenten, also entgegengesetzten oder auseinanderstrebenden Gedanken sofort wieder als »Blödsinn« aussortieren. Noch während ich also über meine Liste des guten Service nachdenke, schickt mir mein Gehirn »Störfeuer«, also Gedanken wie »am Nachmittag habe ich einen Yogakurs«. Vielleicht spuckt mein Gehirn sogar Begriffe aus wie »Autoreifen« oder »Eisbär«.

Unsere komplette Gehirnarchitektur ist nämlich nicht konvergent, sondern divergent! Interessanterweise liegen aber gerade in den »störenden« Gedanken die größten Chancen, wirklich etwas Neues zu kreieren. So könnte etwa beim Yogakurs herauskommen, dass wir Essen in Klangschalen servieren oder mit dem Team vor Servicebeginn Achtsamkeitsübungen machen könnten oder, oder, oder. Klingt verrückt? Aber genau das ist das Kennzeichen dafür, dass wir, wie Albert Einstein das einfordert, Denkebenen verlassen. 

Für unsere Probleme müssen wir also vielleicht gar nicht so viel Neues lernen, sondern etwas wiederentdecken, was es in uns allen bereits gibt. Lassen Sie dem Tabufrei- und Kindlichsein spielerisch freien Lauf. Rufen Sie bei Ihrer nächsten Speisekarte Ihr Küchenteam zusammen und werfen Sie einfach mal etwas auf den Tisch. Einen Strauß Rosen oder ein Päckchen Graupen und beobachten Sie, was passiert.

Wenn jemand Sie dann für verrückt hält, sind Sie auf dem richtigen Weg ...

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