So schmeckt 2026
Foto: Prasanth/stock.adobe.com/generiert mit KI

So schmeckt 2026

Vielfalt, Haltung und Genuss mit Mehrwert – Speisekarten werden in diesem Jahr von vielen starken Signalen geprägt

von Karoline Giokas
Mittwoch, 04.03.2026
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Die Gastronomie verabschiedet sich 2026 von einzelnen, alles überstrahlenden Foodtrends. Laut der internationalen Trendforschung von Mintel und der Analysen von Karin Tischer (food & more) rücken stattdessen Zutaten, Zubereitungen und Formate leise, aber nachhaltig ins Rampenlicht. Pilze werden zur Hauptzutat, Tee findet seinen Weg in herzhafte Gerichte, Kaviar wird neu interpretiert und eingesetzt. Essen wird persönlicher, diverser und bewusster – nicht als Verzicht, sondern als Bereicherung.

Die Entwicklung basiert auf einem veränderten Gästeverständnis: Genuss soll sich gut anfühlen, neugierig machen und zu Lebensstil, Budget und Alltag passen. Gastronomen können sich hier über Haltung, Storytelling und ein klares Profil differenzieren.

Wiberg verleiht ihnen mit einer Prise Curry eine ganz eigene Note.
Feurig, exotisch, vielseitig: Pflanzenbasierte Gerichte sind kein Ersatz mehr, sondern vollwertige eigene Positionen auf der Speisekarte. Wiberg verleiht ihnen mit einer Prise Curry eine ganz eigene Note. Foto: Wiberg

Sharing, Snacks und Solo-­Dining: Neue Essgewohnheiten

Fünf kleine Gerichte statt eines Hauptgangs: Sharing-Konzepte passen zum Wunsch nach Abwechslung, Gemeinschaft und Flexibilität und funktionieren vom Business-Lunch bis zum geselligen Abend mit Freunden. Auf dieses veränderte Essverhalten verweist u. a. Natalie Seifert, Head of Marketing bei Orderbird, die Sharing-Formate als wirtschaftlich sinnvoll und gäste­orientiert einstuft.

Kostendruck 
ist kein Kreativitätskiller. Wer Charakter zeigt, bleibt im Kopf der Gäste

Jochen Kramer, Geschäftsführer Salomon FoodWorld

Gleichzeitig gewinnen Snacks massiv an Bedeutung. Sie sind hochwertig, kreativ, oft international inspiriert und auch wirtschaftlich recht attraktiv. Der von food & more entwickelte „Snackkompass“ zeigt: Snacks sind beileibe kein Nebenschauplatz mehr, sondern Wachstumstreiber. Sie ermöglichen ­Zusatzumsätze, sprechen unterschiedliche Zielgruppen an und sie lassen sich hervorragend inszenieren. Kleine Genussmomente mit hoher Qualität punkten jetzt. Parallel dazu wächst laut Jochen Pinsker, Industry Advisor Foodservice Europe bei Circana, das Solo-Dining. Immer mehr Menschen essen allein außer Haus. Konzepte mit flexiblen Portionsgrößen, klaren Abläufen und mitnahmefähigen Angeboten treffen hier den Nerv der Zeit.

Bärlauchpfannkuchen mit grünem Spargel
Leichtigkeit rückt in den Mittelpunkt: Hüglis Serviervorschläge kombinieren Bärlauchpfannkuchen mit grünem Spargel und Sauce hollandaise. Foto: Hügli

Pflanzlich neu gedacht: Vom Ersatz zum Hauptdarsteller

Die pflanzenbasierte Küche erfährt dabei eine entscheidende Weiterentwicklung: Vegane und vegetarische Gerichte sollen nicht länger nur Ersatz, son­dern eigenständige kulinarische Statements sein. „Ein logischer nächster Schritt einer bereits etablierten Nachfrage“, so Natalie Seifert von Orderbird.

2026 geht es weniger um den nächsten Hype als um Konzepte, die langfristig funktionieren – für Gäste, für Teams und für Betriebe

Karin Tischer, food & more

Antje de Vries, Mitgründerin der Culinary Identity Agency, beobachtet den anhaltenden Fokus auf Protein und wünscht sich mehr Blick auf Hülsenfrüchte, Pilze, Algen oder regionale Getreidesorten, da diese Genuss mit Gesundheits- und Nach­haltigkeits­aspekten verbinden. Für die Gastronomie bedeutet das: weniger Dogma, mehr Kreativität. Wer pflanzliche Gerichte mit Charakter, Geschmackstiefe und Story anbietet, bedient längst nicht mehr nur eine Nische.

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