Nur nicht verschlafen

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Nur nicht verschlafen

von Clemens Kriegelstein
Samstag, 03.03.2018
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Brot, Gebäck, Schinken, Käse, Marmelade, dazu ein paar ehemals weiche Eier – das durchschnittliche Hotelfrühstück hinterlässt bei vielen Gästen oft den Eindruck einer Pflichtübung. Schade eigentlich, denn gerade in Hotels gibt es abseits des Zimmers kaum eine Möglichkeit, den Gast so nachhaltig zu überraschen wie beim Frühstück. Engagierte Betriebe setzen daher auf ein gewisses Plus an Service oder Angebot. Aber auch in der Gastronomie ist das »Frühstücken gehen« seit einigen Jahren im Trend. Immer mehr Lokale bieten eine eigene Frühstückskarte an oder servieren sogar überhaupt nichts anderes mehr. HOGAPAGE hat sich stellvertretend zwei interessante Konzepte näher angesehen:

Breakfast Club – Innsbruck

Dass so gut wie jedes Hotel ein mehr oder weniger umfangreiches Frühstück anbietet, ist so weit nichts Neues. Dass auch immer mehr Lokale – speziell Kaffeehäuser – eine Frühstückskarte haben, kennt man ebenfalls schon. Relativ neu ist hingegen das Konzept, Frühstück in einem Lokal nicht auch, sondern ausschließlich anzubieten. Stefan Gleinser hat im Jahr 2012 erkannt, dass es so etwas in Innsbruck noch nicht gibt, und folgerichtig im Zentrum der Tiroler Hauptstadt den Breakfast Club gegründet.

Seitdem kann man dort von 7.30 bis 16 Uhr täglich frühstücken, und zwar wirklich nur frühstücken. Ein kleines Wein- und Bierangebot oder ein Aperol Spritz sind die einzigen Zugeständnisse an die Kundschaft, die sich tatsächlich nicht gerade erst aus dem Bett erhoben hat. Schnitzel, Pasta oder auch nur ein Salat? Fehlanzeige! Dafür können die Kunden aus zahlreichen verschiedenen Kombinationsangeboten wählen, vom Klassiker »Das Frühstück« (Marmelade, Honig oder Nutella, Spiegelei oder weiches Ei vom Freilandhuhn, Schinken, Käse, Brotkörbchen und ein Glas Holundersaft) bis zu »Volles Programm« (Schafskäse, Tomaten, Gurken und italienische Oliven, vier Schälchen von selbst gemachten Aufstrichen, dazu Brotkörbchen und ein kleines Glas Holundersaft). Die Preise liegen bei rund fünf bis 13 Euro, Kaffee und Tee kommen extra.

Omelette als Renner

Besonders beliebt sind im Breakfast Club aber die zahllosen Omelette-Varianten, die gerade mittags auch gerne von Gästen bestellt werden, die in den umliegenden Büros arbeiten. Und wer sich Tagesbeginn oder -mitte lieber versüßen möchte, für den stehen etwa Brownies, Zimt-und-Zucker-Waffeln oder French Toasts zur Wahl.

Anfangs war Gleinser von seinem Projekt zwar selbst nicht mal hundertprozentig überzeugt, »aber wenn ich schon pleitegehe, dann will ich meinen Kindern wenigstens erzählen können, dass ich mit Herzblut bei der Sache war«, formuliert es Gleinser im HOGAPAGE-Gespräch. Nun, von Pleite konnte zum Glück keine Rede sein. Im Gegenteil: Vor Kurzem wurde in Innsbruck ein zweiter Breakfast Club mit gleichem Konzept eröffnet. Und der läuft ebenso gut wie das Stammhaus.

Info: www.breakfast-club.at

Hotel Intercontinental – Berlin

Das Frühstück in der gehobenen Stadthotellerie – man kennt die großen Büfettstraßen mit meist austauschbaren Speisen und Getränken. Doch im Berliner Hotel Intercontinental wecken noch zwei weitere Angebote den Appetit der Gäste: So baut Küchenchef Henning Drenkhahn seit Mitte 2017 ein »Superfood-Büfett« auf, mit Produkten wie Spinat-Smoothie, Sanddorn-Joghurt mit Leinsamen und Brombeeren, Chia-Bagels oder Haferflocken-Rosinen-Cookies.

Auch Europäer sind interessiert

Und seit rund fünf Jahren zollt man bereits der hohen Anzahl asiatischer Gäste Tribut und bietet zusätzlich zum Standard­repertoire auch asiatische Gerichte an. In der Auswahl finden sich u. a. Misosuppe, diverse Dim Sum, gebratener Tofureis, gekochte Enteneier oder auch Congee, eine dicke Reissuppe, »bei der die meisten Europäer sich geschlagen geben, die man in China aber tatsächlich gerne zum Frühstück isst«, wie Drenkhahn lachend erklärt. Dazu kommen noch eine Wan-Tan-Suppe, Bratnudeln und gebratenes Gemüse.

Nach Drenkhanhs Erfahrung sind dabei inzwischen etwa 40 Prozent der Gäste, die zumindest teilweise auch asiatisch frühstücken, Europäer. Denn einerseits interessieren sich doch viele Asiaten morgens für Croissant & Co. und umgekehrt wächst eben das Interesse der Europäer an Suppe und Bratnudeln zum Frühstück. Dafür, dass die Asiagerichte absolut authentisch sind, sorgt ein eigener chinesischer Koch.

Indien als Nächstes

»Das Konzept ist auf jeden Fall sehr erfolgreich und wird daher auch künftig beibehalten«, erklärt Drenkhahn. In Gegenteil denkt man im Berliner Intercontinental derzeit sogar darüber nach, auch den immer zahlreicheren indischen Gästen zum Frühstück etwas Heimatflair zu bieten. Voraussichtlich Anfang kommenden Jahres könnte es dann so weit sein, dass das Frühstücksbüfett dort dann auch um Komponenten wie indisches Fladenbrot, Reis und diverse Currys erweitert wird.

Henning Drenkhahn ist jedenfalls von der Bedeutung des Frühstücksangebotes für den Gast überzeugt. »Nach dem Zimmer ist das Frühstück der zweitwichtigste Part in einem Hotel. Durch Auswahl und Präsentation in diesem Bereich kann ich mir einen USP schaffen und mich gegenüber anderen Häusern abheben.«

Info: www.berlin.intercontinental.com
Der Original-Text aus dem Magazin wurde für die Online-Version evtl. gekürzt bzw. angepasst.
Foto: iStockphoto

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