Wie buche ich einen Star
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Wie buche ich einen Star

So klappt das Event mit dem besonderen Promi-Faktor

von Sebastian Bütow
Mittwoch, 01.02.2017
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Die Megastars kosten siebenstellig

Zu teuer? Kein Problem, es gibt Alternativen: Madonna nimmt angeblich fünf Mio., Beyoncé drei, Robbie Williams’ Gage wäre mit den 1,3 Mio., von denen zu lesen war, vergleichsweise ein Schnäppchen. Für diese Summe ließ eine Hamburger Privatbank den britischen Vollblut-Entertainer zu ihrer Jubiläumsfeier einfliegen.

Gebuchte Künstler funktionieren auch als PR-Waffe

Dafür hagelte es öffentliche Schelte (»dekadent!«), aus der Chefetage hieß es dagegen: Davon schwärmen unsere Mitarbeiter noch ihren Enkelkindern vor, wir würden es wieder tun. Netter Nebeneffekt: Das – nicht jedem bekannte – Geldinstitut fuhr durch den Gig eine nie da gewesene mediale Aufmerksamkeit ein. Wie heißt es so schön: Jede PR ist gute PR.

Ob internationale Megastars oder nationale Sternchen: Prominente (Künstler) auf Firmen-Events haben Hochkonjunktur. Es muss ja nicht gleich ein Robbie Williams sein, auch deutsche Musiker wie der ewige Kornfeld-Barde Jürgen Drews oder ­Michael Wendler (»Sie liebt den DJ«) gelten als zuverlässige Garanten für Abende, die nicht so schnell in Vergessenheit geraten.

Jürgen Drews kostet 0,25 Prozent der Stones-Gage

»Wer bei mir beispielsweise Jürgen Drews bucht, mit allen Nebenkosten und Steuern, liegt grob bei 15.000 Euro«, sagt Daniel Pfaff, Gründer und Geschäftsführer von party-booking.de. »Die Summe beinhaltet nur den Star. Technik etc. wird zusätzlich berechnet. Die Preise variieren, aber für Licht- und Tontechnik kommen mindestens noch rund zwei- bis dreitausend Euro dazu«, rechnet Pfaff vor. Auch Reise- und Hotelkosten können zusätzlich anfallen.

Auch Schlagerpopper Wendler liegt preislich in dieser Liga. »Bucht man ihn nicht komplett für einen ganzen Abend, sondern als ›Showact‹ neben anderen Künstlern, kostet er grob um die 8.000 Euro«, so Pfaff.

Die günstigsten Promis, etwa ehemalige Teilnehmer von Casting-Shows wie »Deutschland sucht den Superstar« als Music-Act oder langbeinige Schönheiten, die mal bei »Germany’s Next Topmodel« dabei waren, sind schon im unteren vierstelligen Bereich zu haben, die rothaarige Ex-»Bachelor«-Kandidatin Georgina Fleur legt für 3.000 Euro als DJane auf.

Warum Manager die Preise nicht öffentlich machen

Auffällig: Öffentliche Preislisten gibt es nicht. »Gagen auf Anfrage«, heißt es überall. Und kaum ein Star-Manager oder -Vermittler nennt genaue Zahlen, aus nachvollziehbaren Gründen. »Schreiben Sie, dass Star X bei mir die Summe Y kostet, droht mir doch nur Ärger«, erklärt ein Künstler-Manager.

»Dann beschweren sich Kunden, die einst mehr gezahlt haben. Den Künstlern selbst ist es auch nicht recht«, fährt er fort. Das heißt übersetzt auch, dass es durchaus einen Verhandlungsspielraum gibt. »Es ist von Künstler zu Künstler unterschiedlich: Die einen haben einen Mindestpreis, unter dem machen die nichts. Andere gehen runter, bevor sie gar keinen Auftrag haben.« Generell richten sich die Gagen auch immer nach Datum, Ort und Umfang der Veranstaltung.

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