Auf den Hund gekommen
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Auf den Hund gekommen

von Petra Sodke
Montag, 01.01.2018
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Nachmittags ist Tea Time im 5-Sterne-Hotel Egerton House im Herzen Londons (www.egertonhousehotel.com) – für die lieben Vierbeiner. Für 18 Pfund dürfen sich Hunde genauso wie die verwöhnten, heiß geliebten Corgis der Queen fühlen. Im eleganten Drawing Room werden beispielsweise Hühnchen-und Beef-Hackbraten, hausgemachte Hunde-Biskuits und Hunde-Eiscreme aufgetischt. Im Schwesternbetrieb The Milestone direkt beim Kensington Palast (www.milestonehotel.com) wählen Hund und Katze aus eigenem Frühstücks- und Dinner-Menü (Preis pro Gericht: £2.50 bis £7.50), vorgestellt auf hochwertigen Menükarten. Kostproben: »Woof Waffles« (gegrillte Kartoffel-Waffel mit Cumberland-Würstchen), »The purrfect choice for your cat: Sitting by the lake« (Thunfisch, Tomatensauce), »Meaty Muncher« (Steakstücke, Sauce, Kartoffelpüree).

Sich wie die Queen fühlen mit ihren Corgis

Die genannten Hotels sind Teil der vielfach ausgezeichneten Red-Carnation-Col­lection. Dazu gehören 17 als Familien­betriebe geführte Luxushäuser, alle mit Pet-friendly-Konzept versehen. Unter der Ägide von Beatrice Tollman, selbst Tierliebhaberin, schätzen Gäste die vielen Leistungen: Die »VIPs« (Very Important Pets) er­halten bei Ankunft ein personalisiertes Welcome-Paket – mit Spielzeug, Clean-up-Tüten, Service-Auf­listung, Willkommensbrief vom Chef-­Con­cierge samt Empfehlungen für »tierisch gute« Ausflüge in London, Futter-/Wasserschalen, Mineralwasser, Korb, Decke oder Matte, Betthupferl-Leckerli für den entspannten Schlaf sowie witzige Extras wie das Pet-sleeping-Schild: »Do not disturb«). Zusätzlich werden Dogsitter und Tierärzte vermittelt, Termine für Fellpflege oder eine »Pet Spa Day Experience« (£99, Anbieter: The Pet Spa London) abgemacht. Es gibt bestickte Hunde-Handtücher, Katzenklos, Katzenstreu oder sogar Geburtstagsfeste.

Professionelle Planung ist wichtig

Ihr Konzept schaffe einen Wettbewerbs­vorteil, sagt Annalise Bertram, Pressever­antwortliche der Red-Carnation-Gruppe: »Serviceleistungen für Tiere sind in Luxushotels sehr populär und stark nachgefragt. Wir gehen auf die Wünsche unserer Gäste ein.« Der Mehraufwand wegen einzukalkulierender Spezial-Endreinigung der Zimmer und Utensilien lohnt sich. Aber nicht nur gute Ideen, sondern auch eine professionelle Planung sind essenziell für den Erfolg. Um böse Überraschungen zu vermeiden (welcher Hotelier will schon ein gefährliches Raubtier im Zimmer?), wird festgehalten und auch kommuniziert, welche Vierbeiner grundsätzlich akzeptiert werden (üblicherweise Hunde und Katzen aller Rassen). Bereits im Rahmen der Buchung bzw. ­Reservierung bittet das ­Milestone seine Kunden, ein einseitiges Formular auszufüllen (»Pet Preference Form«), damit sich das Personal zeitgerecht vorbereiten kann. Erfragt werden: Tierart und Rasse, Name des Vierbeiners, gewünschte Hotel-Dienstleistungen (zum Ankreuzen), erforderliche Schlafkorbgröße, etwaige Diäten und körperliche Beeinträchtigungen, bevorzugtes Futter und Marke, Möglichkeit zur Vorab­buchung (Dogsitter, Fellpflege-Termine), Spezialwünsche.

Service auf Social-Media-Kanälen betonen

Ein weiteres Beispiel für ein perfekt ent­wickeltes Pet-friendly-Konzept ist der 5-Sterne-Betrieb Four Seasons Hotel Hampshire. Erlaubt sind stubenreine, mindestens sechs Monate alte, maximal 30 Kilo schwere Hunde. Wie in den Red-Carnation-Hotels dürfen sich die Vierbeiner nicht überall aufhalten (Ausnahme: Blindenhunde), etwa im Restaurant und im Spa- und Pool-Bereich. Auch dieser hochherrschaftliche Betrieb versteht es, sich von der Konkurrenz mit durchdachten Leistungen und einem gelungenen Online-Marketing-Auftritt abzuheben. Das Angebot ist auf der Webseite leicht auffindbar, übersichtlich und ansprechend präsentiert. Geschickt als Storytelling-Maßnahme eingeflochten ist die Geschichte des eleganten Haushundes Oliver Beckington, die den künftigen Gast persönlich anzusprechen vermag und ihm zeigt, wie ausgezeichnet es seinem Liebling (und ihm) hier gehen wird (www.fourseasons.com/hampshire/my_four_seasons/oliver_beckington).

Herausragend: personalisierte Geschenke

Vergleicht man die Leistungen der Luxushotels, fällt auf: Zum Standard gehören Bettchen mit Decken, Näpfe, Willkommensgeschenk, Dogsitter-Vermittlung, teilweise Menüs. Wie die Pressebeauftragte des Four Seasons Hampshire, Alie Barbieri, verrät, gelten personalisierte Leistungen als Highlight. Die kommen bei den Gästen besonders gut an. Wie etwa auch im Hotel Bristol im Zentrum Wiens, einem der wenigen österreichischen tierfreundlichen Cityhotels im Luxusbereich. Hier freut sich Hund über Kausticks mit seinem eingravierten Namen. Unterschiede gibt es beim Aufpreis für tierische Begleitung: Das Milestone und Egerton House verlangen keinen Aufpreis, das Four Seasons Hampshire 35 Pfund pro Aufenthalt, das Bristol 50 Euro pro Tag.
Der Original-Text aus dem Magazin wurde für die Online-Version evtl. gekürzt bzw. angepasst.
Fotos: Red Carnation Hotels

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